Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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mußte ſich Albert darein fügen, es anzunehmen; er ſchloß alſo die Augen und ſetzte ſich, nach der zwiſchen ihnen verabredeten Art, rittlings auf Maurice. Dieſer erhob ſich, ohne unter ſeiner Laſt zu ſtraucheln, und ſtieg fortwährend den abſchüſſigen Weg hinan, auf einige Entfernung von ihr und mit einem Blicke voll zarter Beſorgniß Jeane folgend, Jeane, die ihm noch theurer geworden ſchien, ſeitdem er ſie dem Tode entriſſen hatte, Jeane, die, ihre kühne Behen⸗ digkeit wiederfindend, bei ihrer Aufſteigung die Schätze ihrer vollendeten, ſo ſchlanken, ſo geſchmeidigen, unter den wogenden Falten ihres leichten Kleides ſo feinen Taille entwickelte. Einen Augenblick beſonders hatte die Haltung dieſes reizenden Geſchöpfes etwas Aethe⸗ riſches, Ideales. Ueber den leeren Raum bei einer ungeheuren Tiefe an einer ſeiner Biegungen vorra⸗ gend, ſchien das ſchmale Karnieß an dieſer Stelle ſo wenig Oberfläche zu bieten, daß Jeane, auf der Fels⸗ ſpitze ſtehend, das Ausſehen hatte, als würde ſie un⸗ ſichtbar zwiſchen dem Abgrunde und dem Himmel gehalten, — einem Fond von glänzendem Azur, von dem ſich ihre weiße, reine Geſtalt abhob. Das Mäd⸗ chen wandte ſich in dieſem Momente gegen Maurice um, ſandte ihm von dieſem erhabenen Gipfel durch eine anmuthvolle Geberde einen Kuß zu, und ver⸗ ſchwand dann bei der erſten Krümmung des Fußpfa⸗ des, wie eine fantaſtiſche Erſcheinung verſchwindet. Außer ſich vor Liebe, eilte Maurice, der ſeine Ge⸗ liebte ſchneller einholen wollte, voran und ſprang, mit einem kräftigen Satze, leicht von einer der Stufen des Felſens zur andern, ohne unter der Laſt, die er trug, zu ſtolpern.