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keit, die Entkräftung ſchienen ihre ſo lange krampf⸗ haft geſpannten Arme zu brechen, und ſie ließ unwill⸗ kürlich durch ihre erſtarrten, trägen Finger die Falten des Rockes von San Privato gleiten, dem ſie bis dahin ſo mächtig ſich über dem Abgrunde zu halten geholfen hatte.
Der Schelm ſah nun mit neuem Schrecken die Hülfe von Jeane ihm plötzlich entgehen, und diesmal nicht mehr an ſeinem nahe bevorſtehenden Untergange zweifelnd, da die Stützpunkte, welche ſeine Füße ge⸗ troffen hatten, nicht allein mehr genügten, um ihn vor ſeinem Sturze zu bewahren, ſtieß er einen gräß⸗ lichen Schrei aus, und ſich, beinahe wahnſinnig vor Angſt und ſchäumend vor Wuth an das Mädchen wendend, ſagte er:
„Du verläſſeſt mich! ich werde nicht allein ſterben.“
Und außer ſich, auf die Gefahr, Jeane, die ohn⸗
mächtig, auf ſich ſelbſt zuſammengebogen da kniet, mit
ſich fortzureißen, hängt ſich San Privato an ihren Hals und preßt ſie ſo gewaltig, daß ſeine Nägel in das Fleiſch des Mädchens, welches ſich gegen den Ab⸗ grund gleiten fühlt, eindringen.
„Zu Hülfe, Maurice!“ ruft ſie in dem Augen⸗ blicke, wo der junge Gebirgsbewohner ſich ihr näherte.
Er beurtheilt mit einem raſchen, ſichern Blicke, was er thun muß, um es zu verſuchen, ſeine Braut dem Tode zu entreißen, und ſeine Kaltblütigkeit be⸗ wahrend, ſtemmt er feſt ſeinen linken Fuß an die Wände des Felſens an, der auf der einen Seite über den Pfad hineinhängt, ſchiebt ſeinen rechten Fuß bis an den Rand des Abſturzes vor, in welchen das
Sue, die Familienſöhne, IM. 4


