Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Punkt fand, auf den er ſich ſo ſolid ſtützen konnte, als ſich ſein linker Fuß auf einen Felsvorſprung ſtützte. Nun ſicher, bis zur Ankunft von Maurice vor der Gefahr geſchützt zu ſein, hatte San Privato die un— glaubliche Geiſtesgegenwart, den Muth, für ſeine ſchwarzen Pläne den erſchrecklichen Zuſtand, in dem er ſich befand, zu benützen, doch, wir wiederholen es, ſeiner Rettung faſt gewiß, heuchelte er im Gegentheile die Reſignation der Verzweiflung, und mit bebender : Stimme, mit leidenſchaftlichem Tone ſich an das Mäd⸗ chen wendend, deſſen Stirne beinahe die ſeinige be„ rührte ſprach er:

„Jeane, Deine Kräfte ſind erſchöpft. . . die meini⸗ gen auch . . . Ich fühle es, ich werde in den Ab⸗ grund ſtürzen . . . beklage mich nicht . . . der Tod wird ſüß ſein . . . ich werde Dir geſagt haben: Ich liebe Dich!“

Und die noch vom Schrecken eiskalten Lippen von San Privato drückten ſich auf die Lippen von Jeane, welche dergeſtalt gegen ihn vorgebogen war, daß ihre Stirnen ſich berührten.

Jeane ward bethört durch die hölliſche Komödie.

Dieſes in der Sterbeſtunde geflüſterte Liebesge⸗ ſtändniß . . . dieſer über dem Abgrunde, in den ſie San Privato ſchon hinabgeſtürzt ſah, gegebene Kuß verletzten die Schamhaftigkeit des Mädchens, dünkten ihr aber ritterlich heldenmüthig . . . und ganz in Verwirrung gebracht durch dieſen Kuß, der doch eis⸗ kalt, aber der erſte, der je ihre Lippen geſtreift hatte, warf ſie lebhaft ihren Kopf zurück, um ſich einer neuen Beleidigung zu entziehen; dann erbleichte ſie, wurde ohnmächtig; ihre Augen ſchloßen ſich halb; die Müdig⸗