ſträuches zuſammendrücken; doch zu oberflächlich in eine Spalte des Felſens eingewurzelt, um lange das Gewicht eines durch krampfhafte Zuckungen bewegten Körpers aushalten zu können, geben ſchon die erſten Faſern des Strauches langſam der Laſt, die ſie fort⸗ reißt, nach und brechen. San Privato bemerkt dies; ſeine Angſt verdoppelt ſich; er preßt ſo heftig die
Zähne zuſammen, daß er den Stängel, in den er biß, abſchneidet. Die Erſchütterung wirft ſeinen Kopf un⸗ geſtüm zurück, und er ſchreit mit einer erſtickten Stimme:
„Zu Hülfe! . . . Barmherzigkeit! . . herbei!“
Was wir ſo ausführlich beſchrieben haben, war in ein paar Secunden vorgefallen. Einen Moment unbeweglich vor Schrecken beim Anblicke der Todesgefahr, welche Albert bedroht, gehorcht Jeane ohne Ueberlegung einer erſten Regung des Edelmuths, wirft ſich auf die Kniee, packt mit beiden Händen Albert beim Rockkragen, krümmt ſich gewaltig, um ihre Anziehungskraft zu verdoppeln, und ruft:
„Maurice! zu Hülfe! zu Hülfe!..
Schon fern, hatte Maurice ungefähr fünſzig Schritte zu machen, um an den Ort des Unglücks zu⸗ rückzukommen, und die Paſſage, deren Anblick allein San Privato den Schwindel verurſacht hatte, bot genug Schwierigkeiten, daß ſie ſelbſt unſer junger Ge⸗ birgsbewohner nicht ohne Vorſicht durchlief. Die fünfundzwanzig bis dreißig Secunden, welche zwiſchen dem erſten Rufe von Jeane und der Ankunft ihres Bräutigams vergingen, waren für ſie ein Jahrhundert von Bangigkeiten. Mit jener fieberhaften Energ
begabt, welche bei den ſehr nervöſen Perſonen einen


