Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

die Dörfer, die er unbeſtimmt unter ſich, in den Dunſt einer ungeheuren Tiefe getaucht, erſchaute, fangen an ſich langſam und dann mit einer wachſenden Schnel⸗ ligkeit zu drehen; bald ſchien es ihm, der Horizont, der Himmel, die Wolken werden auch in dieſer Schwin⸗ del erregenden, umdrehenden Bewegung fortgeriſſen; ſelbſt der Boden ſchien ihm zu fliehen und unter den Füßen von San Privato fortzurollen . . . Es wurde ihm ſchwach ums Herz . . . Er ſtolperte betäubt wie ein Betrunkener, fiel zuerſt auf eines ſeiner Kniee, indem er mit keuchender Stimme ausrief: „Zu Hülfe! zu Hülfe! . . .“ und ſank dann auf die Seite zuſammen. Sein Fall ſollte ihn in den Abgrund rollen, als er durch eine äußerſte Anſtrengung, nicht mehr ſeines Willens, — er verſchied, — ſondern ſeines Lebensin⸗ ſtinetes, ſich krampfhaft mit beiden Händen und mit den Zähnen an ein Büſchel aus einer Spalte hervor⸗ wachſender wilden Seidelbaſte anklammerte und ſo quer über den Fußpfad ausgeſtreckt blieb, — das Kinn, die Bruſt, den Bauch, die Arme an den Boden angedrückt, — während ſeine Schenkel und ſeine Beine ſich bewegten, im Raume anſtemmten, denn mit dem Ende ſeiner Füße ſuchte er auf dem beinahe ſenkrechten Abhange des Felſens einen Vorſprung, der ihm als Stützpunkt dienen würde. . . Vergebliche Anſtrengun⸗ gen! . er keucht . . . er ſchäumt . . . ſein Geſicht wird leichenbleich; ſein ſtarrer Augenſtern iſt weiß umkreiſt durch das zurückweichen der Augenlieder . . . ſeine durch die Angſt zuſammengezogenen Kinnbacken laſſen das Seidenbaſtbüſchel, das er zwiſchen ſeinen Zähnen hält, nicht los, während ſeine Finger, ange⸗ ſpannt wie Stahlfedern, die dickſten Zweige des Ge⸗