Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Wunſch Deinès Lebens verzichten. Ich beſchwöre Dich auch, verbirg mir nichts, meine geliebte Jeane . . . was auch meine Neigungen ſein mögen, ich⸗ werde darauf verzichten, harmoniren ſie nicht mit den Dei⸗ nigen. Ja, iſt wie Albert verſichert, der geheime oder zugeſtandene Wunſch aller ſo wunderbar wie Du be⸗ gabten Frauen, in einer Mitte zu leben, wo ſie in ihrem ganzen Glanze ſtrahlen können, ſprich ein Wort,

„Maurice, ich kann Dir nur wiederholen: Mein einziger Wunſch iſt, meine Tage bei Dir zuzubringen, wie in der Vergangenheit,“ antwortete Jeane. „Ich habe nie gelogen, warum ſollte ich zu dieſer Stunde lügen?“

„Ich glaube Dir, ich glaube Dir . . . und den⸗ noch. . .“ Sodann einen Seufzer unterdrückend, fügte Maurice bei: „Mein Gott! Jeane, ſoll ich denn fortan in einer beſtändigen Unſchlüſſigkeit leben, auf Deinem Geſichte zu leſen ſuchen, ob Deine ſcheinbare Einwilli⸗ gung nicht ein Bedauern verberge, ob die Süßigeit Deines Lächelns nicht das der Reſignation in ein. dunkles Geſchick ſei, dem Du Dich einzig und allein aus Liebe gegen mich unterzieheſt?“

Das Mädchen wollte abermals ihre Aufrichtigkeit betheuern, als, für die Gegenwart zufrieden, in die Seele des Brautpaares Keime der Unruhe und der Unentſchiedenheit und gewiſſe Gährungsmittel des Ehr⸗ geizes geworfen zu haben, die ſich, wenn die Stunde ge⸗ kommen, entwickeln müßten, San Privato, der Maurice momentan beruhigen wollte, zu dieſem ſagte:

„Ah! mein Freund, der Ausdruck der Wahrheit iſt unwiderſtehlich! Es iſt nicht möglich, daran zu