Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Bräutigam, immer mehr betrübt, ein nachdenkendes Stillſchweigen beobachten ſah, „unſer Vetter täuſcht ſich! Glaube mir, glaube mir, nie werde ich eine an⸗ dere Exiſtenz erſtreben, als die, welche bis jetzt die unſere war.“

Maurice zweifelt nicht an Ihren Worten, liebe Couſine,“ beeilte ſich Albert zu erwiedern. „Weiß er übrigens nicht, daß Sie, wenn Sie für ihn den edel⸗ müthigſten Ehrzeiz hätten, ihn verbergen, muthig ver⸗ leugnen würden, aus Furcht, ſeinen Reigungen ent⸗ ei

„Dieſe Annahme iſt falſch. Ich habe keinen an— dern Ehrgeiz und werde keinen andern haben, als den, zum Glücke von Maurice beizutragen; und für ihn und für mich iſt das Glück, fortwährend zu leben wie in der Vergangenheit,“ ſprach Jeane; ſodann ſich im Tone liebreichen Vorwurfs an ihren Bräutigam wendend:

„Wie, mein Freund, Du ſchweigſt! Könnteſt Du an der Auſfrichtigkeit meiner Worte zweifeln? Ich wiederhole Dir und ich ſchwöre Dir, meine Neigungen werden immer die Deinigen ſein.“

„Jeane,“ ſagte Maurice mit ernſtem Tone nach einigen Augenblicken der Sammlung, „entſchuldige mein verlängertes Stillſchweigen: die Worte von Al⸗ bert haben mich tief nachdenken gemacht.. . ich handelte als Egviſt, ich dachte nur an mich.“ Und auf eine ver⸗ neinende Bewegung ſeiner Braut fügte der junge Mann bei: „Ich kenne Deine Aufrichtigkeit, ich kenne aber auch Dein ſeltenes Zartgefühl. Albert ſpricht wahr: ja, aus Furcht, mir einen Moment Kummer oder Aerger zu verurſachen, würdeſt Du auf den innigſten 6