Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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daß mich Ihr erſtes Vorurtheil gegen mich allerdings betrübte, daß ich es Ihnen aber nicht vorwarf denn es hatte faſt nothwendiger Weiſe ſeinen Grund, zu ſein.“

„Wie ſo?“ fragte Maurice erſtaunt. „Aus wel— chem Grunde ſollte Jeane gegen Dich die unüberwind⸗ liche Abneigung fühlen, von der Du ſprichſt?“

„Ci! mein Gott! weil ſie Dich leidenſchaftlich liebt, mein Freund, und die wahre Liebe iſt feindſelig, angreifend gegen Alles das, was der geliebte Gegen⸗ ſtand nicht iſt oder nicht hat; ſo, zum Beiſpiel . . . haſt Du nie Reiſen gemacht meine Couſine ver⸗ zeiht mir nicht, daß ich meine Reiſen erzählt habe; Du erfreuſt Dich keiner ehrenvollen Auszeichnung .. meine Couſine verzeiht mir die Orden nicht, mit denen ich decorirt bin; Du biſt nicht Geſandtſchaftsſecretär

meine Couſine verzeiht mir nicht, daß ich Diplo⸗

mat bin . was weiß ich? . . . Du biſt groß und ſtark. ſie verzeiht mir nicht, daß ich klein und ſchwächlich bin!“

„Jeane weißt Du, daß Albert, wäre er der Teufel in Perſon, keinen diaboliſcheren Scharſſinn beſäße!“ ſagte Maurice halb lächelnd, denn er fühlte ſich unbeſtimmt beunruhigt; das Mädchen beobachtete aber, träumeriſch, ein verlegenes Stillſchweigen. Maurice fügte bei:

„Die Erklärung, welche unſer Vetter von Deiner Abneigung gegen ihn gibt, muß vollkommen wahr ſein, urtheile ich nach mir ſelbſt. Denn ſagte ich mir nicht geſtern mit Bitterkeit: „„Verflucht ſei die An⸗ kunft von Albert! ich werde gegen ihn das Ausſehen eines Bauern haben! Er hat mehrere Länder bereiſt

und ich bin nicht aus meinen Bergen hinausge⸗

Sue, die Familienſöhne. II. 3