Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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ſine dringend gebeten, nicht bei einem Umſtande zu beharren, der für ſie beinahe ein Gewiſſensbiß war und ich bin ſicher, ſie wird mich nicht Lügen ſtrafen „Nein,“ erwiederte Jeane die Augen niederſchla⸗ gend und tief betrübt, daß ſie ſich zur Mitſchuldigen der Lüge von San Privato machen ſollte. Konnte ſie ihn aber ſagen laſſen, ſie fühle für ihn jene unbeſchreibliche Miſchung von moraliſchem Widerwillen und phyſiſcher, beinahe unwider⸗ ſtehlicher Anziehung, gegen welche ſie ſeit dem vorhergehenden Tage mit aller Macht kämpfte, und die dennoch in keiner Hinſicht ihre Liebe für ihren Bräutigam änderte?

XXVII.

Beruhigt durch die Worte von San Privato und die Beiſtimmung, die ihnen Jeane gab, die er nicht im Verdachte einer Lüge haben konnte, glaubte Mau⸗ rice, aus Furcht, ſich eines Widerwillens ohne Motiv, deſſen Ungerechtigkeit ſie ſelbſt anerkannte, angeklagt zu ſehen, habe ſie wirklich Albert unterbrochen.

Da dieſer einen der Zwecke, die er ſich vorgeſetzt, erreicht hatte, ſo beſtand fortan ein wichtiges Geheim⸗ niß zwiſchen Jeane und ihm; ſodann war die An⸗ ziehung, die er dem Mädchen einflößte, ſo wahr, daß ſie darüber erröthete und ihre Offenbarung in Gegen⸗ wart ihres Bräutigams fürchtete.

„Würden Sie mich beſſer kennen, meine Couſine,“ fuhr San Privato fort, „ſo wären Sie überzengt