Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Du hegeſt wirklich einen Widerwillen gegen ihn. Schau' doch, wie traurig er ausſieht.“

„Gut! das iſt die Wirkung ſeiner Migräne, und unſer Freund Charles Delmare hat ihn das Mittel, ſie zu heilen, gelehrt. Er heile ſich!“ antwortete lächelnd Jeane mit der naiven Grauſamkeit einer Frau, die ſich wegen des Einfluſſes rächt, den ſie unwillkürlich erduldet hat, und von dem ſie ſich für immer befreit glaubt.

Die Traurigkeit von San Privato ſchien ſich in der That zu verdoppeln, ſeitdem er ſich mit dem Brautpaare allein fand; langſam an ihrer Seite gehend, die Stirne geſenkt, den Blick nachdenkend, antwortete er kaum und mit einer peinlich zerſtreuten Miene auf die liebreichen Worte, die von Zeit zu Zeit Maurice an ihn richtete; endlich ſchien er einen un⸗ geſtümen Entſchluß zu faſſen, er blieb ſtehen und ſagte mit bewegter Stimme zu ſeinem Vetter:

„Wir ſind Verwandte, wir ſind Freunde aus der Kinderzeit, die Verſtellung unter uns iſt unmöglich; ich kann und will Dir nicht länger verbergen, Maurice, daß ich über Dein Benehmen gegen mich tief be⸗ trübt bin.“

„Was ſagſt Du, Albert?“

„Siehſt Du, man muß das Glas zerbrechen, ehe es hart und dicht genug geworden iſt, um zu erkal⸗ ten, für immer vielleicht Perſonen trennen, welche gemacht ſind, ſich zu lieben, ſich zu ſchätzen,“ erwie⸗ derte San Privato mit innigem Tone. „Ich ſage Dir auch in aller Aufrichtigkeit, Maurice, ich habe einen Vorwurf gegen Dich auszuſprechen.“

„Einen Vorwurf mir?“