„Ja, und dieſer Vorwurf wird Sie auch treffen, meine Couſine,“ antwortete San Privato, indem er Jeane, ohne von Maurice bemerkt zu werden, einen zu⸗ gleich ſo drohenden und ſo leidenſchaftlichen Blick zu⸗ warf, daß ſie ſchauerte; ihr Herz ward von Neuem beklommen; ihre kaum beſchwichtigten Bangigkeiten erwachten wieder; ſie fand Albert nicht mehr lächer⸗ lich: er ſchien ihr furchtbar; ſie ſtrengte ſich nichts⸗ deſtoweniger an, ihre Erregung zu beherrſchen, und ſagte Jronie heuchelnd:
Vahrheſtg, Sie haben mir einen Vorwurf zu machen, mein lieber Vetter? Mein Gott, ich bin ganz verwirrt, ſchmerzlich ergriffen, troſtlos, daß ich das Unglück gehabt habe, mir Ihre Unzufriedenheit zu⸗ zuziehen.
„Sie ſpotten, meine Couſine, und mit Unrecht,“ ſprach San Privato; „man muß immer den unver⸗ dienten Kummer bedauern, den man ſelbſt Gleichgül⸗ tigen verurſacht; und glauben Sie mir, ich bin nicht, ich werde nie gleichgültig gegen das ſein, was Sie intereſſirt. Ich war auch ſchmerzlich betrübt, als ich Maurice und Sie, meine Cvufine, Ihr Glück vor mir geheim halten, des Vertrauens gegen mich ermangeln, mich als einen Fremden behandeln ſah . . . Ja, ſagen Sie, warum haben Sie Ihre nahe Heirath vor mir t verborgen?“ 1
„Meine Heirath?“ erwiederte Maurice mit einem e Lächeln füßen Stolzes, „woher weißt Du?“
„Meine Mutter iſt ſo eben von dieſem glückli Ereigniſſe durch meinen Oheim auf der Fahrt na dem Chalet unterrichtet worden.“ „Lieber Albert,“ ſagte Maurice herzlich, au


