18
die gewöhnliche Heiterkeit von ſolchen Aufſteigungen, denn die Mehrzahl unſerer Perſonen gab einer kaum durch die Lebensart verborgenen Befangenheit nach.
Noch unter dem Schlage des Schreckens, in den ihn die Furcht verſetzt hatte, das Geheimniß ſeines Lebens in der Gewalt von San Privato zu ſehen, fühlte Charles Delmare, obgleich beinahe beruhigt, eine dumpfe Beſorg⸗ niß für die Zukunft. Der junge Diplomat verſicherte allerdings die Wirklichkeit der Exiſtenz des berühmten Deutſchen Malers Wagner; doch dieſe Verſicherung konnte, trotz ihrer ſcheinbaren Aufrichtigkeit, nur eine Lüge ſein, eine Falle und ſchlimme Abſichten verbergen, ſagte ſich Charles Delmare; dieſe unbeſtimmten Be⸗ fürchtungen wurden indeſſen ausgeglichen durch eine Beobachtung, aus der er glückliche Hoffnungen ſchöpfte; endlich in ihrem Kampfe gegen den unſeligen Einfluß von San Privato, den ſie unwillkürlich erduldete, ſiegend, ſchien Jeane ganz und gar (und ohne den Hintergedanen einer Vergleichung) zu Maurice zurückgekehrt zu ſein, deſſen Arm vom Wagen abſtei⸗ gend, um zu Fuße die letzten Abhänge des Gebirges zu erklettern, zu nehmen ſie ſich beeifert hatte.
Auf dieſem ziemlich langen Wege zeigte ſich Jeane von einer reizenden Zärtlichkeit gegen ihren Bräutigam; ſie richtete unſchuldige und feine Spöttereien an Albert, nachdem ſie Charles Delmare von der lebhaften, cauſti⸗ ſchen Antwort unterrichtet hatte, die ſie Madame San Privato gegeben, als dieſe nach dem Morgenimbiß auf eine faſt plumpe Art über die körperlichen Kräfte von Maurice ſpottete.
Betrübt über den Ruin ſeiner Schweſter, immer entſchloſſen, ihr ein unfruchtbares Anlehen
— — 1—
—
3


