„Zu bürgen! Das war alſo der Rath, den Du von mir verlangteſt?“
„Ich wußte nicht, wie ich Dich um dieſen neuen Dienſt bitten ſollte . . .“
„Armande, höre mich,“ erwiederte mit feſtem, ernſtem Tone Herr Dumirail, nachdem er ſich einen Augenblick geſammelt hatte. „Ich habe Dir ſchon, zu wiederholten Malen, ungefähr zwanzigtauſend Franken geliehen . . . Das iſt kein Vorwurf, den ich Dir mache, ich müßte ihn mir vielmehr ſelbſt machen, denn ich wußte vollkommen, dieſe Summen werden vom Abgrunde Deiner tollen Verſchwendun⸗ gen verſchlungen werden, doch ich werde mir nicht mehr einen ſolchen Fehler zu Schulden kommen laſſen, und zu dieſer Stunde erkläre ich Dir: Ja, wäre Dein Unglück unverdient, ſo würde ich es als eine heilige Pflicht betrachten, mit Dir, meine Schweſter, das letzte Stück Brod, das mir bliebe, zu theilen; aber Dich in Deinen unheilbaren Gewohnheiten der Unordnung dadurch aufmuntern, daß ich Dir aufs Neue das Mittel zu ihrer Befriedigung böte .. nein, nein, nie!“
Bei dieſen letzten, von Herrn Dumirail mit dem Ausdrucke eines unerſchütterlichen Willens ausge⸗ ſprochenen, Worten ſtieß Madame San Privato einen Seufzer ſüßlicher Reſignation aus, warf aber zugleich auf ihren Bruder einen verſtohlenen, ſchiefen Blick, in welchem die Demüthigung, der Zorn und der Haß zu leſen waren, wovon ſie bei dieſer Weigerung ergriffen wurde; dann ſagte ſie mit einer kläglichen Stimme:
„Verloren! zu Grunde gerichtet! Ach! wenn Du
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Sue, die Familienſöhne. I.


