Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20⁴

daß Sie einen behenden, ſtarken Sohn von kräftiger Geſundheit haben; irgend Jemand hat die große Wahrheit ausgeſprochen: die Wohlbefindlichen ſind im Allgemeinen die Wohlwollenden, und die Uebelbefindlichen die Uebelwollenden. Das iſt ganz einfach: eine kränkliche Leibesbeſchaffen⸗ heit hat in moraliſcher und phyſiſcher Hinſicht ſo viel Unannehmlichkeiten zur Folge ... die Niedergeſchlagen⸗ heit . . . die Schweigſamkeit . . . die Schmermuth

abgeſehen von den Arzneimitteln und ihren Inconvenienzen, denn Gott weiß, wie häufig und in welcher vertraulichen Weiſe dieſe intereſſanten Melan⸗ choliker Beziehungen mit den Apothekern zu unter⸗ halten genöthigt ſind!“

Die komiſche Kaltblütigkeit von Charles Delmare und ſein Scherz, (von einem zweifelhaften Geſchmacke, er wußte es wohl, doch er hielt ihn für gelegen,) er⸗ regten die Heiterkeit von Herrn und Madame Du⸗ mirail, von Maurite, und ſogar von Jeane, welche in ihrer Träumerei durch dieſen unvorhergeſehenen Sarkasm überraſcht ganz naiv zu lachen anfing. Die Stirne von San Privato faltete ſich unmerklich; ſeine Mutter ſchleuderte einen giftigen Blick Charles Del⸗ mare zu, und dieſer wandte ſich mit innigem Tone an ſie und ſprach:

„Madame, ich hege aufrichtiges Mitleid mit den mütterlichen Beſorgniſſen, die Ihnen die ſchwächliche, leidende Geſundheit Ihres Herrn Sohnes verurſacht, und ich fühle mich ſehr glücklich, Sie in dieſer Hin⸗ ſicht beruhigen zu können.“ „Wie ſo, mein Herr?“