ken horchend, ſagte Jeane, welche wieder ernſt ge⸗ worden war:
„Wie ſeltſam iſt das doch! . ..
„Ich bitte, vollenden Sie
„Wie läßt ſich begreifen, daß eine und dieſelbe Perſon in ſo kurzer Zeit ſo verſchiedenartige Eindrücke auf uns machen kann?“
„Die Perſon, von der Sie reden,“ fragte Charles Delmare, der auch wieder ernſt geworden war, „iſt ohne Zweifel Ihr Vetter San Privato?“
„Ja, und ich geſtehe, lieber Meiſter, ſein erſter Anblick hatte mich . . .5
„Entzückt?“
„Entzückt hieße zu viel ſagen... und dennoch... Jeane unterbrach ſich, erröthete, ſchlug die Augen nieder, und fuhr dann lebhaft fort, als hätte ſie ſich wegen ihrer letzten Worte entſchuldigen wollen . .. „doch ſehr bald darauf hat er mir mißfallen, und trotz all ſeines Geiſtes haßte ich ihn . . . Er machte mir bange ich fürchtete ihn bis zu dem Augenblicke, wo die Eltern von Maurice ihre Ein⸗ willigung zu unſerer Heirath gaben . Ah! da fühlte ich mich von einer großen Laſt befreit, und in meinem Innern trotzte ich meinem erſchrecklichen Vetter,“ fügte Jeane bei, abermals halb lachend, doch nicht mehr mit jenem Ausdrucke treuherziger Heiterkeit, der kurz zuvor das ſatyriſche Porrait von San Privato empfing. „Kurz, nun finde ich, Dank ſei es Ihnen, lieber Meiſter, denjenigen, welcher mich zittern genacht hatte, ſehr lächerlich. Ich ſage auch wie Sie: „„Was iſt denn dieſes bizarre, unerklär⸗ liche Geſchöpf, das uns heute gefällt, morgen Wider⸗


