das ſchwierige und geheimnißvolle Studium deſſen, was Sie Ihren Vetter Albert nennen, beſchließen. Bei meiner Ehre! ich ſuche zu errathen, was dieſes kleine, artige und zärtliche, niedliche und geſchnie⸗ gelte, blaſſe und dünnleibige Geſchöpf ſein kann; iſt es ein Mann? das könnte wohl ſein, denn es trägt Männerkleider und ſpricht im Masculinum von ſeinen Reiſen, die es ſo geläufig erzählt, als ob es alle Wegweiſer der zwei Welten auswendig wüßte. Doch nein! das iſt. kein Mann! dieſes kleine Geſchöpf hat nichts Männliches, Entſchloſſenes in ſeiner Erſchei⸗ nung. Es iſt alſo ein Weib? das könnte wohl ſein, denn es hat das zimperliche, gezierte Weſen einer alten Coquette; das thut ſchön, das rukſt, während es die gekrönten Häupter aufzählt, die ihm die Ehre erwieſen haben, es ganz einfach anbe⸗ tungswürdig zu finden. Doch nein, das iſt keine Frau! es hat nichts von dem Reize, von der Ver⸗ führung der Frau. Was iſt denn dieſes zweideutige Weſen? Die Trockenheit, die Jronie dringen jeden Augenblick unter der geſchminkten Grazie ſeiner Sprache hervor; ſtudirte Erzählungen, überdachte Impromptus, lebhafte vorbereitete Witze und andere plötzliche Improviſationen des vorhergehenden oder vorvorigen Tages, das iſt ſein Gepäcke! . . . Wie: Sie lachen abermals, Mademoiſelle,“ fügte Charles Delmare ſich unterbrechend bei, als er ſah, wie Jeane der Heiterkeit nachgab, die ihr das ſatyriſche Portrait von Albert San Privato verurſachte. „Sie lachen, Mademviſelle? Nichts iſt indeſſen ernſter, als dieſe Reiſe meines Geiſtes auf Erforſchung deſſen, was moraliſch und phyſiſch dieſes Geſchöpf ſein mag, das
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


