Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

187

ſchen Eindrucks, den ſie noch nicht beſiegen konnte, während ſie ſich durch das Urtheil eines Andern gegen ihr eigenes Urtheil, das ſie irre geführt glaubte, wenn man ſo ſagen darf, wiederzuſtärken ſuchte.

Charles Delmare, wie er geahnet hatte, erkannte

die Gefahr ſeiner Beſtätigung in Betreff der Reize der Perſon von San Privato, und durch einen ge⸗ ſchickt angebrachten Uebergang ſagte er mit einem Ausdrucke von Ironie, der, Anfangs unmerklich, im⸗ mer erescendo fortſchritt:

„Ja, allerdings, ich finde, Herr San Privato bietet die Verbindung aller ſeltenen Gaben, mit denen die Natur einen ihrer theuerſten Günſtlinge zu über⸗ häufen ein Wohlgefallen gehabt hat; ſodann iſt Herr San Privato, immer nach meinem demüthigen Urtheile, das, was man auf der Welt Koſtbarſtes, Wunder⸗ barſtes, Wundervollſtes ſehen, anſchauen kann.“

„Ah! lieber Meiſter, Sie ſpotten,“ erwiederte Jeane, ohne eine Art von Erleichterung zu verber⸗ gen, „und ſehen Sie meine Leichtgläubigkeit! ich, ich nahm Anfangs Ihre Worte im Ernſte.“

„Wahrhaftig? Iſt das möglich?“

„Woher rührt Ihr Erſtaunen?“

„Sie nahmen meine Worte im Ernſte?“

„Allerdings .

„Ah! Mademoiſelle Jeane, Mademoiſelle Jeane, ich hielt Sie für hellſehender. Wie! Sie fragen mich, ob ich Maurice ſo ſchön finde als ſeinen Vetter Albert, und ich ſoll Ihnen im Ernſte auf eine ſolche Frage antworten?“

„Warum nicht?“ „Wie! Mademviſelle,“ fuhr Charles Delmare