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„Lieber Meiſter, Sie werden über Ihre Zög⸗ linge ſpotten,“ antwortete Jeane mit einem etwas gezwungenen Lächeln; alsdann ſchwieg ſie einen Augenblick nachdenkend, indeß Charles ſie beobach⸗ tete und ſeinen ganzen Scharfſinn zu Hülfe rief. Für ihn war der Moment gekommen, ſeine Zweifel in Betreff der wirklichen und dauerhaften, oder ſchein⸗ baren und vorübergehenden Ruhe, welche Jeane zu genießen ſchien, aufzuklären; auch bemerkte er nicht ohne Beſorgniß, daß eine leichte Wolke die bis da⸗ hin ſo heitere Stirne des Mädchens verdüſterte, und daß ſich eine Nuance von Bitterkeit in das ge⸗ zwungene Lächeln miſchte, mit dem ſie die Worte begleitete: „Lieber Meiſter, Sie werden über ihre Zöglinge ſpotten. . .“ wonach ſie ein paar Secunden ſchwieg.
Charles Delmare brach zuerſt dieſes Stillſchwei⸗ gen, eine ſeinem geheimen Gedanken entgegengeſetzte Fröhlichkeit heuchelnd.
„Sie ſagen, liebe Demoiſelle Jeane, ich werde über meine Zöglinge ſpotten. Ho! ho! ich bin in der That äußerſt fähig zu dieſer Enormität, doch meine lieben Zöglinge müſſen mir wenigſtens einen
Tert zu meiner Spötterei geben,“ fügte Charles Del⸗
mare bei, indem er ſeine Tochter beobachtete, deren Stirne ſich nicht entrunzelte. „Sie ſagten mir ſo eben, ſein Heirathsgeſuch bei ſeinen Eltern beſchleu⸗ nigend, habe Maurice derſelben Befürchtung nachge⸗ geben wie Sie, und dieſe Befürchtung werde mein Geſpötte erregen. Was war aber dieſe Befürch⸗ tung?“
„Eine alberne Befürchtung,“ antwortete erröthend


