4⁴
im Schlitten über den an den Flanken des Gebirges gehärteten Schnee hinfliegen! Und am Abend dieſe reizenden Familienverſammlungen an der Ecke des Herdes in dem alten Hauſe, wo ich geboren bin! Wie ſchnell ſie vergehen, dieſe langen mit Muſik, mit Zeichnen oder mit dem Leſen eines in unſerer Bibliothek von meinem Vater oder von Ihnen, lieber Meiſter, ausgewählten Buches; dieſe Bücher leſen Sie ſo gut mit Ihrer ſanften, gewichtigen Stimme.
Mir ſcheint dann, ich höre die Rathſchläge eines
ernſten und zärtlichen Freundes. Sokrates, Plato, Ariſtoteles, Marc Aurel ſprechen zu uns durch
Ihren Mund. Göttliche Lecture! lebendige Quelle
der ewigen Wahrheit, wo unſere Seele ſich ſtärkt,
wiederbefeſtigt, und wo wir die unvergängliche Liebe für das Gute, Gerechte und Schöne ſchöpfen! Sagen Sie, lieber Meiſter, ſagen Sie, ein Leben ſo getheilt zwiſchen den ländlichen Arbeiten, den Künſten und den höchſten Aſpirationen des Geiſtes, iſt ein ſolches
Leben nicht allen vorzuziehen, beſonders, hat man
zur Gefährtin? . .“
Maurice unterbrach ſich abermals und erröthete.
Den geheimen Gedanken ſeines jungen Freundes errathend, änderte Charles Delmare, der ihn nicht in Verlegenheit bringen wollte, den Lauf des Ge⸗ ſpräches und ſagte, ohne daß er den Anſchein hatte, als bemerkte er die neue Unterbrechung von Maurice:
„Gewiß, die Exiſtenz, die Sie ſo gut ſchildern, und welche die Ihrige und die Ihrer Familie iſt, ſcheint mir jeder andern vorzuziehen; doch, ich be— denke, wie ſchickte ſich Ihr Vetter Albert San Privato, während ſeines Aufenthaltes hier, in eine ſeinen Ge⸗


