Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

Welt keinen beſſeren jungen Mann, als Herrn Maurice!“

„Nein, denn ich ſehe Maurice ſeit drei Jahren, und ich kenne ihn aus dem Grunde: ich ſage auch wie Du: es gibt auf der Welt keinen beſſeren jun⸗ gen Mann!“

„Dieſe theuren Kinder ſind alſo, ohne es zu vermuthen, in einander verliebt?“

bin deſſen faſt ſicher .. denn beſonders bei Jeane folgt nun eine Art von Zurückhaltung auf die Vertraulichkeit, die zwiſchen ihr und Maurice beſtand, welche bis jetzt gewohnt waren, ſich als Bruder und Schweſter zu betrachten. Er ſeinerſeits ſcheint zu⸗ weilen beunruhigt durch die Gegenwart ſeiner Cou⸗ ſine; er wird träumeriſch; ich habe, ihn überraſchend, wahrgenommen, wie er Anfällen von tiefer Melan⸗ cholie preisgegeben war. Er hat übrigens ohne Zweifel ebenſo wenig als Jeane noch klar in ſeinem Herzen geleſen.“

„Haben Herr und Madame Dumirail dieſe Liebe bemerkt? . . . Würden ſie zu dieſer Heirath einwil⸗

ligen?“ „Ich habe in dieſer Hinſicht keine Sicherheit; aber . . .“ hier unterbrach ſich Charles Delmare,

indem er ſeine Augen nach dem Fenſter des Erdge⸗ ſchoſſes wandte; dann fügte er bei: „Stille! hier kommt Maurice . . . er will ſich ohne Zweifel eines Auftrags ſeines Vaters gegen mich entledigen.“ Maurice Dumirail trat in der That bald in den Salon ein, nachdem er am Gitter des Küchenfenſters die Zügel ſeines kräftigen Ponny angebunden hatte. Der junge Mann richtete ein paar liebreiche Worte