Schönheit, Tugenden, Talenten wachſen zu ſehen, iſt mein größtes Vergnügen, offenherzig mit Dir von ihr ſprechen zu können!“
„Was das betrifft, mein Alter, das iſt eine heim⸗ bezahlte Schuld; Du biſt glücklich, mit mir von Dei⸗ ner Tochter zu ſprechen, und ich, ich werde nicht müde, Dir zuzuhören . . . Du liebſt Dein Kind we⸗ nigſtens eben ſo ſehr . . . wenn nicht mehr, als Dein armer Vater Dich liebte . . . das iſt das Blut, ſiehſt Du, dieſe Vaterſchaften . . .“
„Ich konnte wenigſtens für Jeane kein gaſt⸗ freundſchaftlicheres Aſyl wünſchen, als das Haus ihres Oheims und ihrer Tante; ſie würden ihre eigene Tochter nicht mit rührenderen Mühewaltungen, mit einer erleuchteteren Sorgfalt umgeben . . . Doch wie grauſam wäre meine Lage geweſen, würde Jeane als Waiſe gleichgültigen oder böswilligen Verwandten anvertraut worden ſein! hätten ſie ſie auf eine harte Weiſe die Zuflucht, die ſie ihr gewährten, bezahlen laſſen! . . . Oder hätte ihre erſte Jugend bei Per⸗ ſonen von minder muſterhaftem Benehmen, als es das von Herrn und Madame Dumirail iſt, verlaufen ſollen, wie müßte ich für die Zukunft meiner Tochter gezittert haben!“
„Gott ſei Dank! Deine Jeane wird Dir nie Be⸗ ſorgniſſe einflößen . . .“
„Nie ſo lange ſie von guten Beiſpielen um⸗ geben, von heilſamen Rathſchlägen geleitet ſein wird; fände ſich aber unglücklicher Weiſe . . . oh! ich habe ſie ſeit mehr als zwei Jahren tief ſtudirt . . . fände ſich aber unglücklicher Weiſe, ſage ich, Jeane


