29
mer von meinem vergangenen Reichthum hierher bringen zu laſſen; ich ging nach Pierrefitte, wo Du von einer kleinen Penſion lebteſt, die Dir mein Vater vermacht hatte; Du zögerteſt nicht, mich hierhier zu begleiten . . .
„Zögern! Gottes Güte! zögern, mein Paradies auf dieſer Welt zu machen! Ei! ſtelle Dir doch vor, mein Charles, daß es der beſte Tag meines Lebens war, als Du zu mir ſagteſt: „„Amme, willſt Du meine Haushälterin ſein? ich bin ruinirt, ich will als Einſiedler leben, es iſt für mich Bedürfniß, Jemand bei mir zu haben, zu dem ich genug Ver⸗ trauen hege, um ganz laut denken zu können! ...““
„Es iſt wahr, die väterliche Zuneigung iſt wie die Liebe . ſie hat gebieteriſch das Bedürfniß, ſich zu ergießen beſonders wenn ſie immer verborgen werden muß . .. Ah! Genevidve, wenn Du wüß⸗ teſt, welche Wonne es mir bereitet, von Dir mit meiner Tochter zu ſprechen, komme ich hierher zurück, nachdem ich in der Familie Dumirail einen Theil des Tages bei meiner Jeane zugebracht habe .. ge⸗ nöthigt, ſelbſt dem Ausdrucke meines Blickes, wenn ich ſie anſchaue, dem Tone meiner Stimme, wenn ich mit ihr rede, Zwang anzuthun; genöthigt, ruhig, beinahe kalt zu bleiben, wenn dieſes anbetungswür⸗ dige Mädchen einer Sympathie nachgebend, die ich ihr ſeit drei Jahren, da ich ſie jeden Tag ſehe, ein⸗ geflößt habe, und, ihrer vielleicht unbewußt, auf den geheimnißvollen Ruf der Natur antwortend mir zu⸗ weilen eine faſt kindliche Zuneigung bezeigt . Glaube mir, nach dem Glücke, Jeane zu vergöttern, ſie ſo zu ſehen, wie ich ſie geträumt habe, ſie an


