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Unter dem Eindrucke dieſer edlen Gefühle ging Charles Delmare am andern Tage zu Madame Du⸗ mirail . . . Schon am Tage vorher hatte ſie ihren einſamen Aufenthaltsort mit ihrer Tochter verlaſſen.
Madame Dumirail hatte für Charles Delmare einen herzzerreißenden Brief hinterlaſſen, worin ſie ihn verſicherte, ſie zweifle nicht an ſeiner Redlichkeit, an ſeiner Zärtlichkeit, als ſie ihn aber wiedergeſehen, habe ſich die grauſame Erinnerung an ihren Fehler und an die Tödtung ihres Mannes, deren Urſache ſie geweſen, ihrem Geiſte dargeboten, ihre kaum ent⸗ ſchlummerten Gewiſſensbiſſe wiedererweckt, und ihre Seele in einen ſolchen Schrecken verſetzt, daß ihr zum erſten Male ſeit der Geburt ihrer Tochter dieſes un⸗ ſchuldige Kind, der einzige Troſt in ihrem Kum⸗ mer, als das lebendige Zeugniß ihrer Schande und ihres Ehebruchs erſchienen ſei . . . Emmeline flehte Charles Delmare an, er möge ſie nicht mehr wieder⸗ zuſehen ſuchen, da ſich zwiſchen ihm und ihr immer das blutige Geſpenſt ihres Mannes erheben würde. Sie hoffte endlich, Paris auf immer verlaſſend, ſich fortan neuen Nachforſchungen zu entziehen.
Anfangs von Beſtürzung ergriffen, gab ſich Char⸗ les Delmare den Ausbrüchen einer wahnſinnigen Ver⸗ zweiflung hin, und er beklagte es nun, daß er ſich nicht ſeines Kindes, des Schatzes ſeines Lebens, be⸗ mächtigt hatte! Vielleicht hätte er ſo Emmeline ge⸗ zwungen, bei ihm zu bleiben . . . Unmächtiges Be⸗ klagen! Vergebens verwandelte ſich in ihm der hart⸗ näckige Entſchluß, die Spuren der jungen Frau und ſeiner Tochter aufzufinden, in eine fire Idee, in eine Art von Monomanie; vergebens verlieh er ihm die


