War er nicht' von ſeiner Kindheit an an den Lurus, an den Müßiggang, an die Verſchwendung, an die Sorgloſigkeit in Betreff der Zukunft gewöhnt . geweſen? hatte er ſeine Tage nicht nur nach ſeinen Beluſtigungen zählen dürfen? Sein Vater, blind in ſeiner Zärtlichkeit, ein beklagenswerther Erzieher, 1 ſeinen Stolz in die Pracht ſetzend, in der ſein Sohn glänzte, hatte er nicht bei dieſem Jüngling die un⸗ erſättlichen Begierden des Ueberfluſſes entwickelt, übermäßig angeregt, ohne zu bedenken, daß in ſeinen Händlungen frei geworden, Herr ſeines Vermögens, ein vergnügungsſüchtiger Mann, der ſich nichts um
verſchwenderiſche Ausgaben bekümmert, weil er nicht
weiß, um welcher harten Arbeiten Preis man einen ehrenhaften Reichthum erwirbt, mit einer ſeltenen
Feſtigkeit begabt ſein muß, um dieſe Hinreißungen
aller Art zu zügeln und nicht einem ſichern Ruine
zuzueilen? 1
Immer mehr unter der Gewalt ſeiner Erinne⸗ rungen, ſah Charles Delmare vor ſeinen Augen die
Jahre der Pracht und Herrlichkeit ſpiegeln, während
welcher man ihn als einen der Fürſten der goldenen
Jugend ſeiner Zeit anführte, trotz ſeiner plebejiſchen 3
Geburt, — ein Erbflecken, den er durch ſeine Di⸗ 3
ſtinetion und ſeine Eleganz, durch ſeine Pracht und ſeine 65
Freigebigkeit, ſeinen guten Geſchmack und ſeine An⸗
muth, ſeinen Geiſt und ſeine Herzensgüte, ſeinen
Muth und ſeine Geſchicklichkeit in allen körperlichen
Uebungen tilgte. Unerſchrocken und gewandt zu
Pferde, vermochte ihm kein Gentleman⸗Rider bei
einem Steeple⸗chaſe den Rang abzugewinnen;
ſeine Rennpferde waren berühmt durch ihre hippi⸗
————


