Teil eines Werkes 
[1.-11. Bändchen] (1854)
Entstehung
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Dir, wie ihr, einen Vorſchlag in Beziehung auf Ma⸗ rianne zu machen.

Welchen Vorſchlag? fragte Madame Ivuffroy erſtaunt,was wollen Sie ſagen ?

Mein Bruder, ich kenne Dein edelmüthiges Herz⸗ Deine Billigkeit, doch Du wirſt, trotz Deiner Bedenklich⸗ keiten, genöthigt ſein, Aurelie zum Nachtheile von Ma⸗ rianne auszuſtenern, da Deine Frau es verlangt; ich wünſche Dir theilweiſe die Gewiſſensbiſſe über eine Un⸗ gerechtigkeit zu erſparen, die Du gezwungen begehen wirſt, obgleich ſie Dich empört. Ich ſchlage Dir alſo vor: laß mich Marianne übernehmen.

Was meinſt Du damit? fragte der ehemalige Kaufmann, deſſen Verſtand in Folge der erlittenen grau⸗ ſamen Erſchütterungen ſchwach zu werden anfing. Ich bin ganz betäubt, und ich habe Mühe, Dich zu begreifen

Höre mich an, mein armer Bruder. Mein Erbe hat ſich durch meine Erſparniſſe mehr als verdreifacht: mein Vermögen wird die Mitgift von Marianne ſein,

wenn ſie ſich verheirathet, und in dieſem Falle werde ich

bei ihr und ihrem Manne wohnen. Bleibt ſie dagegen ledig, ſo leben wir fortwährend mit einander, und ſie wird eines Tags meine einzige Erbin ſein; ſie willigt ein, mit mir zuſammenzuwohnen, und ſie glaubt Sie in keiner Hinſicht zu verletzen, Madame, fügte die Tante Prudence, ſich an ihre Schwägerin wendend, bei, weil es Ihnen gleichgültig ſein muß, ob Ihre Tochter im Kloſter oder bei mir iſt.

Gewiß, Jungfer Prudence, da es Marianne, wenn dieſe Sie uns vorzieht, frei ſteht, uns zu verlaſſen.

Ah! das iſt unſere Schuld! rief ſeufzend Herr Jouffroy,das iſt unſere Schuld! wir haben Aurelie in ällen Dingen bevorzugt . .. und ihre Schweſter liebt uns nicht mehr . . ſie trennt ſich won uns! Mein

Gott! Und er verbarg ſein in Thränen gebadetes Ge⸗

ſicht in ſeinen Händen.Auf dieſen letzten Schlag war