XXXXIV.
Das Prädicat Freudenſtörerin von Madame Jouff⸗ roy der Tante Prudence gegeben, da dieſe in den Sa⸗ lon eintrat, war inſofern gerechtfertigt, als ihre Phyſiog⸗ 1 nomie nie ein ſo herbes, ſorgenvolles, ſtrenges Ausſehen gehabt hatte.
„Mein Kind, laß uns allein, ich habe mit Deinem Vater und Deiner Mutter zu reden,“ ſagte die Tante Prudence zu ihrer Nichte.
Aurelie fühlte ein ſo lebhaftes Verlangen, mit ihren Gedanken allein zu ſein, um ſich auf eine köſtliche Weiſe der Ereigniſſe dieſes Tages zu erinnern, daß ſie mi Eifer der Aufforderung der alten Jungfer gehorchte, die ſer ihre Stirne zum Küſſen darbot, ihren Vater und ihre Mutter umarmte und dann hinausging.
Die Tante Prudence brachte, — ein ernſtes Symp⸗ tom, ihr Geſtricke nicht mit; ſie nahm ſtillſchweigend Platz in einem Lehnſtuhl an der Ecke des Kamins.
„Meine Liebe,“ ſagte zu ihr ungeduldig ihre Schwä⸗ gerin, „es ſcheint, wir werden viel zu reden haben?“
„Das iſt wahrſcheinlich,“ erwiederte trocken die alte Jungfer. In Ermangelung ihres Geſtrickes, das ihr gewöhn⸗ lich Haltung gab, kreuzte ſie ihre Hände auf ihrem Schooße, fing ſie an ihre Daumen um einander zu drehen⸗ und ſagte ſodann, nachdem ſie einige Augenblicke geſchwie⸗ gen, ernſt zu ihrem Bruder:
„Iſt es wahr, daß Aurelie Herrn von Villetaneuſe heirathet?“
„Ja, Tante Prudence,“ antwortete raſch Madame Jouffroy, „dieſe Heirath iſt verabredet, beſchloſſen, ent⸗ ſchieden, die Sache iſt gemacht.“ „Mir ſcheint, mein Bruder, ich hätte bei einem ſo
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