254 ein, um uns zu demüthigen! .. Sie ſollen ihren Mann an mir finden.“
Einige Angenblicke nachher gingen Herr und Ma⸗ dame Richardet aus dem Salon weg; ſie ließen ihren Freund in der Ueberzengung, der Vetter Rouſſel ſei völlig im Irrthume in Betreff des Ruins von Herrn von Villetaneuſe und ſeinem Oheim.
Sogleich nach dem Abgange der Richardet ſchloß Madame Jouffroy, weinend vor Frende, ihre Tochter in ihre Arme, küßte ſie voll Leidenſchaft und ſagte mit Erguß:
„Wie glücklich wirſt Du ſein! oh! wie glücklich!“
„Oh! ja, Mama,“ erwiederte Aurelie, die ſich der Thränen der Rührung ebenſo wenig erwehren konnte. „Es iſt zu viel Glück für mich . . . zu viel!“
„Nein, nicht zu viel! Du wirſt nie genug Glück haben, liebe kleine Gräfin; denn nun biſt Du Gräfin! So iſt es . . Du biſt Gräfin! Wir werden morgen in die Oper gehen, in die Loge der Prinzen, und das iſt nur der Anfang. Oh! man könnte darüber wahnſin⸗ nig werden!“
Dann ſich an ihren Gatten wendend, der ſchweigſam, aber nicht minder bewegt ſeine Frau und ſeine Tochter betrachtete:
„Nun! und Du . . Du ſagſt nichts?“
„Ei! was ſoll ich ſagen? Ich ſehe Euch Beide ſo glücklich, daß es mich mit unenvlicher Wonne erfüllt, und ich ſchaue Euch an . . obſchon ich nichts ſpreche, fühle ich darum doch nicht weniger.“
„Geſtehe, daß man nicht köſtlicher, nicht liebenswür⸗ diger ſein kann, als unſer Schwiegerſohn, denn .. wohl oder übel, von heute an ſage ich unſer Schwiegerſohn!“
„Das iſt wahr, man findet keinen ſo liebenswürdi⸗ gen jungen Mann, und dann ſieht er ſo ſanft, ſo gut⸗ müthig aus!“


