Teil eines Werkes 
[1.-11. Bändchen] (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

247

eben geſagt hat! Oh! wenn ich es wagte, ich würde ihn auf beide Wangen küſſen.“

„Wagen Sie es, meine Mutter, wagen Sie es,“ erwiederte Henri von Villetaneuſe auf das Freundlichſte, indem er vor Madame Jouffroy niederkniete, welche wie Anrelie tief gerührt von den Worten: „„Meine Mut⸗ ter,““ ihre Thränen nicht zurückhalten konnte, während ſie Henri von Villetanenſe zwei ſchwere Küſſe gab.

„Teufel! wie raſch die Mutter Jouffroy zu Werke geht! Mein unglücklicher Neffe war kaum auf die Umar⸗ mung gefaßt!“ ſagte zu ſich ſelbſt der Marquis, indem er ſeine Priſe Tabak ſchlürfte und ſich ein wenig ab⸗ wandte, um ſeine Lachluſt zu verbergen; „wir hätten offenbar eine Million als runde Summe verlangen müſſen.“

Der Bedieute des Hauſes, der ſeinen neuen Rock angezogen hatte, trat in den Salon in dem Augenblicke ein, wo Henri von Villetaneuſe ſich wieder von den Knieen erhob.

„Madame,“ meldete der Bediente, „Herr und Ma⸗ dame Richardet ſind da. Können ſie eintreten?“

„Ei gewiß!“ antwortete Madame Jouffroy. Und nach dem Abgange des Bedienten ſich an den Margquis wendend:

„Die Richardet ſind gute Freunde; Sie kennen ſie auch; wir branchen vor ihnen die Heirath von Aurelie nicht zu verbergen, im Gegentheil!“ Und ſich zum Vor⸗ aus am Aerger und Neide der Richardet weidend, fügte ſie in ihrem Herzen bei: „Sie werden vor Eiferſucht berſten!“

„Liebe Herzogin,“ erwiederte lächelnd der Mar⸗ anis, „ich glaubte mich bis jetzt mit Ihnen und Made⸗ moiſelle in kleinem Comité im Faubourg Saint⸗Ger⸗ main; doch dieſe Richardet rufen mich zur Wirklichkeit zurück! Ich denke, wie Sie, daß wir die Heirath unſerer