Teil eines Werkes 
[1.-11. Bändchen] (1854)
Entstehung
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bin. Ich antworte hierauf, daß ein Augenblick für mich hinreichend geweſen iſt, um von ihrer Schönheit geblen⸗ det zu werden, was Jeder glauben muß. Was aber die Herzensgüte betrifft, ſo werden Sie mir, wie ich hoffe, einräumen, Madame, daß, wenn man ein Mal den Wohl⸗ geruch einer Blume eingeathmet hat, dies genügt, um die Lieblichkeit dieſes Wohlgeruchs zu ſchätzen?“

„Das iſt klar,“ erwiederte Madame Jonffroy ent⸗ zückt von dieſen Galanterien, „das iſt ganz unlengbar.“

„Ah! ſiehſt Du, Mama, wie Du Dich parteiiſch gegen Herrn Henri zeigſt.“

„Ich bitte, Mademoiſelle Aurelie, üben Sie keinen Einfluß auf Ihre Frau Mutter. Ich appellire nur an Ihre Erinnerungen: Sie haben geſtern Abend einige Worte geſprochen, welche ebenſo vollkommen Ihre Her⸗ zensgüte offenbarten, als der Wohlgeruch die Blume offenbart. Eine ziemlich häßliche und höchſt lächerlich gekleidete junge Perſon tanzte in derſelben Quadrille wie wir. Ich erlaubte mir einen Scherz über ſie; Sie unterbrachen mich, Mademoiſelle, und ſagten zu mir mit der rührendſten Anmuth. „„Ah! mein Herr, die Mutter

dieſer jungen Perſon iſt hier hinter uns . . . Sie könnte

Sie hören: Ihre Worte würden ihr einen ſo großen

Kummer verurſachen!““ Nun frage ich Sie, Madame,

genügen ſolche Worte nicht, um die reizende Güte der⸗

jenigen zu beweiſen, welche ſie ausgeſprochen hat?“ „Aurelie, Du leugneſt die Thatſache nicht? „Nein, Mama.“

„Dann bin ich genöthigt, Herr Henri, Ihnen in meiner Eigenſchaft als Richterin gegen meine Tochter zu geben. Ah! mein Kind, es thut mir leid für

i h.“

„Sie ſehen alſo, Madame, ich ſagte mit Recht, mein einziges Verdienſt beſtehe darin, daß ich tief ergriffen davon geweſen ſei, daß die Güte von Mademviſelle

Aurelie ihrer Schönheit gleichkomme. Als ich erfuhr,