243
ſie doch Anfangs als einen Wahnſinn nur den Gedanken, ihn zu heirathen, Gräfin zu werden, und vierund⸗ zwanzig Stunden nach dieſem Zuſammentreffen ſah ſie ihn hier bei ſich und ihrer Mutter, und ſie hörte ihn zu ihnen ſagen, während Herr Jouffroy und der Marquis beim Kamine mit einander plauderten: .
„Ja, meine Damen, als ich vor Kurzem von meinem Oheim davon unterrichtet wurde, ich werde heute Abend die Ehre haben, Ihnen vorgeſtellt zu werden, gerieth ich in eine Unruhe, in eine Verlegenheit, die ich Ihnen nicht zu beſchreiben vermöchte.“
„Ah!“ Herr Graf,“ erwiederte Madame Jouffroy, es war im Gegentheil an uns, in Verlegenheit zu ge⸗ rathen.“
„Madame, wollen Sie, wie Mademviſelle Aurelie, die Güte haben, mir eine Gunſt zu bewjlligen, die mich ſehr glücklich machen würde?“
„Sprechen Sie, Herr Graf.“
„Wollen Sie mir nicht mehr dieſen ceremoniöſen Titel geben. Ich bin nun berechtigt, zu hoffen, daß Sie, Madame, und Mademoiſelle Aurelie mich mit mehr Vertraulichkeit zu behandeln die Gewogenheit haben wer⸗ den; ich bitte Sie, neunen Sie mich Herr Henri, in Er⸗ wartung des Tages, des ſchönen Tages, wo Sie mich Ihren Sohn nennen werden, und wo es mir vergönnt ſein wird, Sie meine Mutter zu nennen.“
„Oh! Herr Graf, ſehr gern, da Sie es erlauben.“
„Wir werden Sie Herr Henri nennen,“ fügte raſch Aurelie bei, der es einen ſanften Reiz gewährte, dieſen Namen auszuſprechen; und lächelnd ſagte ſie: „Alſo, Herr Henri, da Sie erfuhren, Sie ſollten uns heute Abend vorgeſtellt werden, war Ihre Verlegenheit groß? Wir müſſen es glauben . . . und dennoch .4
„Und dennoch dünkt Ihnen meine Verlegenheit nicht ſehr erklärlich, Mademoiſelle Aurelie? Was wollen Sie! nichts ſcheint mir einen Menſchen ſo ſehr in Verlegenheit


