242
blieb, ein heftiges Kopfweh vorſchützend, bei der Tante und ſagte zu ihrer Schweſter kein Wort von ihrer ſchmerz⸗ lichen Unterredung mit ihrer Mutter. Dieſe hielt ſich, weil ſie den Widerſtand von Marianne in Betreff des Kloſters zu überwinden hoffte, für befugt, Herrn Jouffroy erklären zu dürfen, da ſich ihre Tochter in ein Ordens⸗ haus zurückzuziehen wünſche, ſo ſei die Frage der Mit⸗ gift glücklich gelöſt, indem man nur eine Tochter auszu⸗ ſtenern habe. Betrübt, jedoch wenig erſtaunt über den Entſchluß von Marianne, welche ihre Neigung für die Einſamkeit und ihr Gebrechen bis dahin von der Welt entfernt gehalten hatten, glanbte Herr Jouffroy der Ver⸗ ſicherung ſeiner Frau, und er fühlte ſich, trotz ſeines Bedauerus, daß er ſeine ältere Tochter in ein Kloſter eintreten ſehen ſollte, um die Laſt einer großen Unge⸗ rechtigkeit erleichtert. Er hoffte überdies, indem er ſo viel Unterwürfigkeit gegen den Willen ſeiner Frau zeigte, von ihr ein paar Worte der Ausſöhnung hinſichtlich ihres alten Freundes Rouſſel zu erlangen; ſodann, und das war der vorherrſchende und entſcheidende Grund für den ſchwachen, aber vortrefflichen Mann, ſodann ſah er Aurelie und ihre Mutter ſo ſtrahlend, ſo ſtolz über dieſe Verbindung, daß er am Ende ihre Begeiſterung theilte und ſeine Bevorzugung für Fortuné Sauval ſowie die ungeheure Größe der vom Marquis verlangten Mitgift vergaß. rhie Familie Jouffroy war (mit Ausnahme von Marianne und der Tante Prudence) im großen Salon kurze Zeit nach der Ankunft des Marquis und ſeines Neffen verſammelt.
Aurelie hielt ſich manchmal für das Spielzeug eines blendenden Traumes.
Am vorhergehenden Abend, ungefähr zu derſelben Stunde, war ſie zum erſten Male mit Herrn von Vil⸗ letaneuſe zuſammengetroffen. Wenn er auch ſogleich den lebhafteſten Eindruck auf ſie gemacht hatte, ſo betrachtete


