20
vor ihren Augen mit verdoppelter Lüſternheit ſchillern zu laſſen; dann aber zuckte ſie die Achſeln, als hätte plötzlich eine Erwägung ihren Geiſt ergriffen, hakte das Geſchmeide ſeufzend wieder auf, und ſagte halblaut, als ob ſie mit ſich ſelbſt ſpräche:
„Wahrhaftig, ich bin toll!.. Iſt ein ſo wunder bares Juwel für mich gemacht?“
Als ſie dieſe Worte ſprach, hatte ihre Stimme einen ſo demüthig ergebenen Ton, ihre Phyſiognomie drückt zugleich ein ſo naives und ſo tiefes Bedauern, auf die⸗ ſen Ankauf verzichten zu müſſen, aus, daß Herr von Villetaneuſe zu dem Goldſchmiede, der ſich aus Beſchei⸗ denheit ein paar Schritte entfernt hielt, ſagte:
„Mein Herr, wir werden dieſe Armſpange, welcht Madame ſo eben angeprobt hat, nehmen . .. Wal iſt der Preis davon?“
„Sechzehnhundert Franken, mein Herr.“
„Mein Freund,“ ſprach Catherine, „ich verſicher Sie, daß dieſe einfache, köſtliche ſilberne Armſpange pit einem Türkiß verziert, mir mehr gefüllt als jene.
„Sie werden mir erlauben, hiebei meinen Ge ſchmack eben ſo viel als den Ihrigen zu Rathe zu zie hen,“ unterbrach Henri lächelnd ſeine Gefährtin.
Dann ſich an Fortuné wendend:
„Mein Herr, ich will Ihnen eine Abſchlagszahlun von fünſhundert Franken geben. Ich bin der Gr von Villetaneuſe und wohne in der Rue du Faubou Saint⸗Honoré No. 17. Ich bitte Sie, die Armſpank morgen früh zu dieſer Dame bringen zu laſſen, ders Adreſſe ich Ihnen nenne: Frau von Morlac, R Tronchet No. 9. Ihre Rechnung wird gegen die Ar ſpange berichtigt werden.“
„Ich verſichere Sie, mein Freund,“ ſagte Fu von Morlat mit neuer Dringlichkeit, „ich ziehe in 5


