,
19
den Kopf um; er konnte ſich einer Bewegung des Er⸗ ſtaunens nicht erwehren, und er ſagte zu ſich ſelbſt: „Das iſt eine ſeltſame Aehnlichkeit!“
VII.
In eine zunehmende Bewunderung für die Juwe⸗ len verſunken, die ſie mit den Augen verſchlang, hatte die Gefährtin von Herrn von Villetaneuſe die Rückkehr des Lehrlings nicht bemerkt. Sie hielt in der Hand eine goldene Armſpange von ausgezeichnetem Geſchmacke und wunderbarer Ausführung; das Geſchmeide ſtellte zwei Najaden vor, halb liegend und an eine Urne von Rubinen angelehnt, aus der ein Gerieſel von kleinen Diamanten hervorkam, welche, die von dieſer Urne ausgehende kriſtallhelle Welle bildend, wogten und da und dort mitten unter einer doppelten Einfaſſung von Aquama⸗ rinen verſchwanden.
Einen Augenblick von der prüfenden Beſchauung dieſer Juwelen durch den Eintritt von Michel abgezo⸗ gen, betrachtete Herr von Villetanenſe mit Angſt die Lüſternheit, welche die Armſpange mit'den Najaden bei Catherine erregte. Sie mußte viel mehr als fünfhun⸗ dert Franken werth ſein, welche Summe der Graf, zu ſeinem großen Bedauern, nicht überſchreiten konnte.
In der Hoffnung, ihre Aufmerkſamkeit abzulenken und ſie vielleicht dieſes wunderbare Juwel vergeſſen zu laſſen, fagte er auch leiſe zu ſeiner Gefährtin:
„Dieſer kleine Lehrling, der ſo eben eingetreten iſt und uns nun, am Werktiſche neben dem Greiſe ſitzend, den Rücken zuwendet, gleicht Ihnen auffallend.“
Doch der Graf wurde nicht gehört: immer mehr bezaubert vom Anblicke der Armſpange, konnte Cathe⸗ rine ſogar nicht mehr dem Verlangen widerſtehen, ſie an ihrem Handgelenke anzuhaken und ſo die Edelſteine


