V.
Dieſe neue Perſon war der Prinz Karl Maximi⸗ lian, — ein noch junger Mann von äußerſt eleganter Tournure, mit einem etwas angegriffenen Geſichte, aber von einer regelmäßigen und anziehenden Schön⸗ heit. Ein emporſtehender blonder Schnurrbart ver⸗ lieh ſeinen Zügen einen martialiſchen Charakter. Er ſtieg ohne Zweifel gerade vom Pferde, denn er hielt in der Hand eine Reitpeitſche, und ſeine Sporen klirr⸗ ten auf dem Boden. Ein ziemlich kurzer Oberrock hob ſeinen hohen, ſchlanken Wuchs hervor. Kaum hatte er einen Fuß in die Werkſtätte geſetzt, als er ſeinen Hut abnahm und den Handſchuh von ſeiner weißen, frauen⸗ artig zarten rechten Hand zog.
„Herr Fortuné,“ ſagte leiſe der alte Arbeiter zu ſeinem Patron, der der Thüre den Rücken znwandte, „Sie ſprachen vom Prinzen, und hier kommt er .. .
Der Goldſchmied ſtand ſogleich auf und ging artig, jedoch ohne unterwürfigen Eifer, dem Prinzen entgegen; dieſer reichte ihm voll Höflichkeit ſeine ent⸗ blößte Hand und ſprach:
„Guten Tag, mein lieber Herr Sauval! Ich bitte, unterbrechen Sie nicht Ihre Arbeiten Ich müßte die koſtbare Zeit beklagen, die durch mich verloren würde.“
„Durchlaucht, ich arbeitete nicht, ich veſperte.“
„Dann fahren Sie fort . . ſonſt entferne ich mich Und Ihr, Vater Laurencin, ſetzt Euch.“
Bei dieſen Worten nahm der Prinz Platz auf einem Stuhle in der Nähe des Werktiſches.
„Wenn Sie es erlauben, ſo werde ich meinen Imbiß vollends zu mir nehmen,“ ſagte der Gold⸗


