9
ſtolz iſt, deun, nicht wahr, Herr Fortuné, er iſt ein wirklicher Prinz?“
„Was es nur Fürſtliches gibt! Sein älterer Bruder iſt ſouveräner Herzog in Deutſchland, und da dieſer Bruder kein Kind hat, ſo wird der Prinz Ma⸗ rimilian ohne Zweifel eines Tags regieren.“
„Man ſollte nicht glauben, daß er ein Deutſcher iſt: er ſpricht Franzöſiſch wie Sie und ich, Herr For⸗ tuné; und dann hat er einem immer etwas Liebens⸗ würdiges zu ſagen.“
Dieſe Liebenswürdigkeiten ſind ein wenig Hof⸗ münze,“ verſetzte lächelnd der jnnge Goldſchmied, „doch man muß ſie für das nehmen, was ſie werth iſt. Im Ganzen iſt der Prinz ſehr wohlwollend. Man behaup⸗ tet, er ſei ein Don Juan, ein Mann der Liebes⸗ abenteuer, was mich nicht wundern würde, denn, trotz ſeiner fünfunddreißig oder ſechsunddreißig Jahre, muß er noch gefallen. Er iſt Prinz, er iſt der Bruder eines Souverain, und ſo viele Frauen laſſen ſich in ihrer Eitelkeit durch ſolche Blendwerke ködern.“
„Ah! die Weiber,“ ſprach ſeufzend der Greis, „die Weiber! Es gibt ſo ſchlimme! ſo verdor⸗ bene!“
„Guter Vater,“ verſetzte Fortuné theilnehmend, „ich errathe Euren geheimen Gedanken: Ihr ſeid nun wieder in Eure Traurigkeit verfallen, obſchon ich Euch davon zu zerſtreuen geſucht habe.“
„Ach! Herr Fortuné, das iſt ſtärker als ich .. und wenn ich hieran denke ..
Doch der alte Arbeiter unterbrach ſich und mur⸗ melte: „Mein armer Sohn! . mein arnker Sohn!“
In dem Augenblicke, wo der Vater Laurenein niedergeſchlagen dieſe letzten Worte ſprach, trat eine neue Perſon in die Werkſtätte ein.


