Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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hende, aber, wie ich glaube, redliche Natur mußte mei⸗ ner Anſicht nach viel mehr vor einer Schwäche durch ihre Offenherzigkeit geſchützt werden, als durch die Achtung vor ihren Pflichten, von denen ſie keinen kla⸗ ren Begriff hatte; ſie ſchien mir unfähig, zu lügen oder zu betrügen; ſie hätte vielleicht Hyaeinthe auf eine rohe Art verlaſſen, aber ich denke, ſie würde ihn nicht feige hintergangen haben.

Dieſes Geſpräch ſpannte mich auf die Folter; Jean hatte in der That Ceſarine gekannt, ehe ich auf eine ſo ſchändliche Art das Vertrauen unſeres Jugendfreun⸗ des mißbraucht; er beurtheilte richtig den Charakter von Ceſarine zu jener Zeit; es bedurſte ſpäter meines laſterhaften Einfluſſes auf ſie, um ſie dahin zu bringen, daß ſie heuchelte und Hyaeinthe betrog, ſtatt gewaltſam mit ihm zu brechen und ihn zu verlaſſen, wie ſie es mir oft vorgeſchlagen; denn die Verſtellung, die Lüge laſteten auf ihr; doch ich hatte dieſe Extre⸗ mität immer zurückgewieſen, weil ich an die Verant⸗ wortlichkeit, an die tauſend Verlegenheiten dachte, die mir ein Aufſehen erregender Bruch zuziehen mußte. Ich fühlte das Falſche meiner Stellung Jean und ſei⸗ ner Mutter gegenüber; ich kam, um ſie um Rath zu fragen, und ich wollte, ich konnte, aus Rückſicht ge⸗ gen das Urtheil der Welt, nicht aufrichtig in Bezie⸗ hung auf die Vergangenheit ſein; wie ſollte ich meine Verbindung mit Ceſarine und den frühzeitigen Tod die⸗ ſes unglücklichen Kindes, der Frucht eines ehebreche⸗ riſchen Verhältniſſes, geſtehen? Ich konnte auch nicht offenbaren, daß ich beinahe völlig ruinirt, und daß die Beharrlichkeit meiner Zweifel unuͤberwindlich war, trotz eines Zuſammentreffens von Thatſachen und Umſtän⸗ den, welche durchaus günſtig für Frau Jefferſon . abgeſehen von dem Eindrucke von Madame Raymond, und ich hätte doch gern haben mögen, daß dieſe mich, wenn ich mich anheiſchig machte, die reiche Heirath zu