Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

238

lange Umgang mit Frau Jefferſon gehabt und muß ſie vollkommen ſchätzen, da ſie einwilligt, ihr als Mutter zu dienen.

c

Ich.

„Madame, ich habe Sie mit tiefer Aufmerkſam⸗ keit angehört; finden Sie, Frau Jefferſon etwas vor⸗ zuwerfen, mag es hinſichtlich der von ihr geſpro⸗ chenen Worte oder der während der Unterredung, die Sie mir mitgetheilt, ausgedrückten Gefühle ſein?

Madame Raymond.

„Ich finde ihr durchaus nichts vorzuwerfen, wenn nicht eine leichte Affectation von Frömmigkeit und den etwas pomphaften Redeſchluß, in welchem mir Frau Jefferſon erklärte, „ſie werde Gott danken, daß ſie mich habe kennen lernen. «“

Ich. „Wie alle Neubekehrte, übertreibt ſie vielleicht ein wenig ihren religiöſen Eifer. Madame Rahmond. „Ah! ſie iſt eine Neubekehrte?

Ich.

„Während ihrer erſten Ehe hatte ſie keine ſehr entſchiedene religiöſe Grundſätze. Erſt kurze Zeit vor ihrer Verbindung mit Herrn Jefferſon wurde ſie vom Glauben berührt; Sie werden aber zugeben, Madame, daß, ſelbſt eine gewiſſe religiöſe Uebertreibung bei einer Frau angenommen, dieſe Uebertreibung nur vortreff⸗ liche Reſultate aus dem Geſichtspunkte der Pflichten einer Gattin zu haben vermöchte ..

Madame Rahmond.

„Ich liebe die Uebertreibung in keiner Hinſicht; ſie iſt zuweilen ein Zeichen von Schwäche oder von Doppelzüngigkeit. Bemerken Sie wohl: ich ſage zu⸗ weilen, und ich bin weit entfernt, dieſe Worte auf Frau Jefferſon anzuwenden; ich will ſie gern zu den zahlreichen Ausnahmen rechnen und wie Sie denken, ſie laſſe ſich nur durch den Eifer der Neubekehrten hinreißen.