Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Perſonen von der beſten Geſellſchaft einlud; er hatte die ſonderbare Gewohnheit bei ſeinen Diners, ſeine Frau neben ſich auf ſeine Linke zu ſetzen, ſtatt ſie nach der allgemeinen Sitte ſich gegenüber ſitzen zu laſſen. Außer dieſen prunkhaften Empfangstagen war die Thüre von Herrn Jefferſon für Jedermann ſtreng ver⸗ ſchloſſen; man kannte keinen vertraulichen Umgang von ihm; er galt auch für ein Original. So fuhr er, ob⸗ gleich er die ſchönſten Equipagen von Paris beſaß, im Fiacre ſehr früh am Morgen mit ſeiner Frau àus und kam erſt zu einer vorgeruckten Stunde der Nacht zurück, ohne daß man eine Vermuthung hatte, wohin ſie ſich ſo Beide begaben. Er war indeſſen ein ſehr auter Katholik und hörte pünktlich die Meſſe in der Kapelle ſeines Hotels.

Der Ruf von Frau Jefferſon war nie durch die leichteſte üble Nachrede angetaſtet worden, aus dem vor⸗ trefflichen Grunde, weil Niemand behaupten konnte, fünf Minuten allein mit dieſer ſchönen Perſon geplau⸗ dert zu haben, — nicht einmal in ihrem Salon unter zweihundert Eingeladenen. Nie tanzte ſie, und ebenſo wenig verließ ſie, ſo lange der Ball dauerte, ein beim Kamin ſtehendes Canapé, auf das ſich die ankommen⸗ den Damen für einen Augenblick an ihre Seite ſetzten; hier begrüßten ſie auch die Männer. Sie machte ſehr wenig Beſuche, immer in Geſellſchaft von Herrn Jef⸗ ferſon, und ſprach keine zwanzig Worte; man nahm allgemein an, nachdem ſie ſich dieſem reichen Greiſe geopfert, der übrigens, trotz ſeiner Bizarrerien, viel Zuvorkommenheit gegen ſeine Frau zu haben ſchien, er⸗ fülle ſie auf eine redliche, würdige Art ihre Pflichten.

Endlich ſagte man, ſeitdem ſie, Witwe geworden, nach Paris zurückgekehrt, lebe ſie in gänzlicher Eingezo⸗ genheit, pflege ſie mit Niemand ümgang, als mit Frau von Montbriſon, dieſer ſo allgemein und ſo hoch geachteten Dame, und ſie könne nur eine vollkommen ehrbare und fromme Frau ſein. Die Einen dach⸗