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macht hat, vollkommen gleichlautend mit denen von Herrn Godefroid ſind, und ich beinahe erſchrak über das Lächeln von Herrn Tahlor, als ich mit ihm von den Leiden von Ceſarine ſprach, welche gezwungen ge⸗ weſen, das Leben dieſes abſcheulichen Wüſtlings zu theilen.
Wäre mein Verdacht gegründet, ſo würde alſo Frau Jefferſon mich betrügen und eine ſchändliche Ko⸗ mödie ſpielen.
Mich betrügen? in welcher Abſicht?
Unſere Heirath iſt ihr glühendſter Wunſch; ſie kennt meinen Ruin und überläßt mir von heute an die freie Verfügung über ihr Vermögen! Wozu dann ſo viele Lügen, ſo viel Verſtellung, ſo viel Heuchelei?
Schon mehrere Male habe ich dieſe Frage an mich geſtellt, ohne ſie löſen zu können .. . Iſt das ein Grund, daß ſie unlösbar ſein ſoll?
Wer weiß, ob Madame Raymond vielleicht nicht mehr Scharfſinn hat, als ich? Was beweiſt mir, daß der Sinnentaumel und die Habgier mich nicht über Ceſarine verblenden? Ihrem unwiderſtehlichen Zauber nachgebend, bin ich vielleicht einer von den Men⸗ ſchen geworden, die, indem ſie ſich allmälig an eine ſchlechte Atmoſphäre gewöhnen, gar nicht mehr wahr⸗ nehmen, in welcher verdorbenen Mitte ſie leben. Doch eine Perſon, die gewohnt iſt, eine reine Luft zu ath⸗ men, trete in dieſe Atmoſphäre ein: ſogleich erſtickt ſie!
Wenn es ſo bei Madame Raymond wäre! Wenn der Inſtinct ihrer natürlichen Redlichkeit allein ſie von Allem dem unterrichtete, was unrein und heuchleriſch iſt, — ihr außerordentlich ſicheres Zartgefühl würde ſich nothwendig bei der erſten Berührung mit Frau Jeffer⸗ ſon empören!
Und, Frau von Montbriſon, dieſe Dame von einer hohen und feſten Tugend, von einem ausgezeichneten Geiſte, von einem durch eine lange Welterfahrung ge⸗
reiften Urtheil, ſchätzt ſie doch ſehr hoch!


