Tages zur Erinnerung aufzuſchreiben unb über meine Lage tief nachzudenken.
Ich fand bei meiner Rückkehr einen Brief von Frau von Melignh; ſie iſt ſehr gereizt durch mein Stillſchweigen und ſehr erſtaunt, daß ſie mich ſeit zwei Tagen nicht geſehen; ſie kündigt mir mit äußerſt trockenen Worten ihren Abgang zu den Jngden von Chantilly an. Sie mag gehen! ich habe andere Sorßen.
Faſſen wir dieſen neuen Tag kurz zuſammen.
Ich bin verliebt in Ceſarine; ſie liebt mich, ſie gehört mir, wenn ich will; ich habe Vollmacht von ihr, ich kann über ihr Vermögen wie über das mei⸗ nige verfügen; dieſes Vermögen beläuft ſich auf mehr als zweimal hundert tauſend Livres Einkünfte; Ma⸗ dame Rahymond, dieſe Frau mit den unbeugſamen Grundſätzen, denkt ſelbſt, wenn mich Frau Jefferſon wirklich liebe, ſo ſei das Mißverhältniß unſeres Ver⸗ mögens von keiner Bedeutung. Mein Zartgefühl iſt alſo geſchützt.
Doch, ſtatt mich raſch und feſt zu entſcheiden und dieſe Heirath als abgeſchloſſen zu betrachten, ſtatt mich an die Würdigung von Frau von Montbriſon, einer Dame von ſo hoher Tugend, zu halten, welche vie Ge⸗ wogenheit hat, Mutterſtelle bei Ceſarine zu vertreten, warum will ich dieſe beharrlich der contradictoriſchen Prüfung von Madame Raymond unterwerfen?
Warum?
Weil ich unwillkürlich unbeſiegbare Zweifel hege! Weil ich meinen Namen von dem Neger unter einem ſchallenden Gelächter habe ausſprechen hören und die⸗ ſer, ſcheinbar kindiſche, Vorfall mir zu denken gibt! Ich kenne die Welt: die Lackeien ſind immer das Echo ihrer Herrſchaft! Weil ich mich endlich, was ich auch thun mag, um es zu vergeſſen, unwillkürlich erinnere, daß die Mittheilungen, die mir der Secretaire der americaniſchen Geſandtſchaft über Herrn Jefferſon ge⸗
Fernand Dupleſſis. II. 1⁵


