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nung gerechtfertigt. Dadurch aber, daß ich nicht im
Stande geweſen bin, ihren Charakter zu ergründen ..
und das wird, glauben Sie mir, ewig mein Gewiſſens⸗
biß ſein . habe ich ſie ſehr unglücklich gemacht. Madame Raymond.
„Albine war ein junges Mädchen: Sie durften, nach ihrer Erzichung, ihrer Ehrlichkeit ſicher ſein. Doch Sie konnten ſie nicht vertraulich genug ſehen, um eine richtige Idee von ihrem Charakter, von ihrem Geiſte, von ihren Meinungen, von ihren Tendenzen, von den Bedürfniſſen ihrer Seele zu bekommen, und dieſe unſelige Unwiſſenheit hat das Unglück herbeige⸗ führt, das Sie beklagen. Doch Sie werden nicht ſo ſehr des Scharffinns ermangeln in dem, was Fa Jefferſon betrifft, da Sie dieſe Dame ſchon lange ennen.
Ich.
„Ei! mein Gott, Madame, nachdem ich mit Al⸗ bine verheirathet war, hatte ich jede Muße, ſie zu ſtudiren, zu ſchätzen; doch ich täuſchte mich völlig über ſie! Sie allein, Madame, haben mir den wahren Werth von Albine geoffenbart . eine ſpäte, zu ſpäte Offen⸗ barung! . und wenn ich mich nun unglücklicher Weiſe über Frau Jefferſon auch täuſchen würde!
Madame Raymond.
„Was ſagen Sie?
Ich.
„Seitdem ich die Witwe wiedergeſehen habe, konn⸗ ten wir lange und ohne Zeugen mit einander ſprechen, doch ich beurtheile ſie vielleicht ſchlecht, denn die Liebe iſt blind. Ah! Madame, ich habe ſo ſehr durch meinen Kummer und durch den von Albine, an dem ich, ich geſtehe es, allein Schuld war, gelitten, daß ich un⸗ willkürlich bebe bei dem Gedanken, dieſe Heirath, welche ſcheinbar ſo paſſend, als die erſte es nicht war ... könnte unglücklich ſein . . . und dieſe Furcht empfinde ich noch lebhafter für Frau Jefferſon als für mich.


