Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

f

⸗

213

werthen, wohlgemeinten Rathe zu opfern, den ich nie befolgen würde, das erkläre ich Ihnen zum Voraus. Ich

Ich.

„Wenn Ihnen aber Madame Rahmond riethe,

mich nicht zu heirathen? Ceſarine.

„Offenherzig geſprochen, mein Freund, wie erha⸗ ben und ausgezeichnet auch ihr Geiſt ſein mag, ich bin ſo anmaßend, zu glauben, daß ich Sie beſſer kenne, als Madame Raymond Sie kennt, und in dieſem Falle werde ich mein Urtheil dem ihrigen vorziehen. Doch das ſind leere Suppoſitionen; ich habe zu viel Ver⸗ trauen zum Scharfſinne dieſer Dame, um nicht gewiß zu ſein, daß ſie von Ihnen denkt, was ich ſelbſt denke.

Ich. „Möchten Sie nicht enttäuſcht werden! Doch mir

fällt ein, es wird vielleicht nicht paſſend ſein, ihr das

mitzutheilen, was ich Ihnen, Ceſarine . . . Ihnen allein in Betreff meines Ruins mittheilen mußte. Ceſarine.

„Mein Freund, konnten Sie glauben, ich ſei fähig zu einer ſolchen Indiseretion? Denken Sie auch, ich werde Madame Raymond genau von der Summe unſe⸗ res Vermögens unterrichten? Das ſind von den Din⸗ gen, welche völlig außer der moraliſchen Schätzung der Leute liegen, während Sie wollen, lieber Eitler, daß ich viel Gutes von Ihnen hören ſoll.“

Unſer Geſpräch wurde unterbrochen durch Aurora; ſie trat ein und meldete ihrer Gebieterin:

„Der Wagen, den Madame hat beſtellen laſſen, iſt angekommen.“

„Ich habe mich nur noch anzukleiden; Aurora, beſorge raſch meine Toilette,“ ſagte Frau Jefferſon; dann mir die Hand reichend:

„Leben Sie wohl, mein lieber Herr Dupleſſis; morgen im Kloſter, gegen Mittag.“