Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Ceſarine.

„Ich denke, daß eine redliche Frau und ich habe die ſtolze Ueberzeugung, daß ich dieſen Titel rechtferti⸗ gen werde, Sie ſollen es ſehen ich denke, daß eine redliche Frau, ſicher ihrer ſelbſt und der tieſen Achtung ihres Gakten, immer eingeſchloſſen in den theuren, hei⸗ ligen Kreis ihrer religiöſen Pflichten, ihrer Familien⸗ pflichten, ſehr ſtark gegen die Eiferſucht iſt. Und dann, worauf ſollte ſie eiferſüchtig ſein? Können Sie, wenn Sie einen Kummer haben, mein Fernand, ihn einer Andern als mir anvertrauen? Wird Sie, wenn Sie leiden, wenn Ihre Geſundheit angegriffen iſt eine Andere als ich pflegen? Etweiſt uns Goit die Gnade, daß wir uns in Kindern wiederaufleben ſehen, werden Sie ſich mit einer Andern als mit mir jeden Tag, tauſendmal des Tags, von dieſen angebeteten Kindern, von ihrer Erziehung, von ihrer Zukunft unterhalten? Kann je eine Andere als ich mit Ihnen die trauten, unaus⸗ ſprechlichen Süßigkeiten des häuslichen Herdes theilen ? Wird je eine Andere als ich Ihr Haus ordnen, beauf⸗ ſichtigen, die wachſame Wirthſchafterin darin ſein, mö⸗ gen Sie nun beſcheiden oder mit Pracht und Aufwand darin leben wollen? „ Wird Dich endlich je eine Andere geliebt haben, lieben, wie ich Dich liebe, im⸗ mer lieben werde, mein Fernand? . .. Nein, ich kenne mein Herz . das Deinige, und ich fürchte nichts!“

Ich verzichte darauf, die Miſchung von Würde, Vernunft, Anmuth und leidenſchaftlicher Liebe zu ſchil⸗ dern, mit der jedes Wort von Ceſarine geſprochen wurde; Thränen der Rührung traten mir in die Augen, ſie bemerkte es: ihr Blick wurde auch feucht; ſie reichte mir die Hand und ſagte mit tief bewegter Stimme zu mir:

„Ah! Fernand, Sie leſen in meiner Seele! zu mir haben Sie Vertrauen! unſer Glück iſt fortan ſicher! Auf die Kniee, mein Freund! ... auf die Kniee, mein Gatte! . Danken wir dem, der uns allein das Gute eingibt und uns vor dem Böſen beſchützt.“

Fernand Dupleſſis. III. 14