207
Sie werden mich jeden Tag einige Augenblicke am Git⸗ ter des Sprachzimmers in Gegenwart von einer der gu⸗ en Schweſtern, nach dem Gebrauche des Hauſes, ehen .
8
ch.
„Oh! das iſt eine wahre Trennung „ ſie ſchmerzt
mich, beugt mich nieder! Ceſarine.
„Eine Trennung! werden Sie nicht immer durch den Gedanken bei mir bleiben 2 .. Um übrigens Ihrer Gegenwart nicht gänzlich beraubt zu ſein, nehme ich dieſes theure, ſo ähnliche Portrait mit (und fie be⸗ zeichnete es mir mit dem Blicke), ſo ähnlich, daß ich mich oft dabei ertappt habe, daß ich ihm zulächelte, mit ihm ſprach. .. Oh! wenn Ihnen dieſes angebetete
Portrait Alles, was es gehört hat, wiederſagen könnte?
ch. „Ah! ich bedenke wie haben Sie ſich daſſelbe verſchaffen können ? Ceſarine.
„Alles iſt möglich, wenn man liebt. Ich habe einen Maler von Talent kommen laſſen; ich wußte, daß Sie jeden Dienſtag die italieniſche Oper beſuchen und dort in die Loge von Frau von Méligny gehen. Und dieſem Künſtler iſt es nach großen Schwierigkei⸗ ten und mit der Unterſtützung meines Rathes, — denn ich weiß Ihr Geſicht auswendig . das iſt das richtige Wort, mein Fernand, — es iſt ihm, ſage ich, gelungen, die Aehnlichkeit vollkommen zu erfaſſen. Aber, mein Freund, nun auch jeine Frage von mir! Die Ereigniſſe ſind ſeit geſtern ſo raſch fortgeſchritten, daß ich noch nicht die Muße gehabt habe, dieſe Frage an Sie zu richten. Wie haben Sie erfahren, daß ich jenem Hauſel, in der Nähe des Ihrigen, be⸗ and?“
Ich konnte Ceſarine nur durch eine doppelte Lüge antworten, und ich erwiederte:


