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ihren Abend bei der Frau Geſandtin von England zu beſchließen Luſt habe.“
Ich führte Frau von Belval zu dieſer Dame, der ſie ein ſo pomphaftes und, ich muß beifügen, wohl⸗ verdientes Lob geſpendet hatte; dann machte ich Frau von Meligny einen Beſuch in ihrer Loge.
Die zwei Vorderplätze waren von ihr und von einer ihrer Freundinnen beſetzt: hinter dieſen Damen ſaßen Vareuil und Herr von Méligny. Dieſer, als ich mir die Logenthüre öffnen ließ, rührte ſich nicht, ſagte aber mit der freundlichſten Miene:
„Sie ſind ſehr liebenswürdig, daß Sie Ihr Wort nicht gebrochen haben, mein Herr; wollen Sie die Gute haben, einzutreten.“
Vareuil mußte gezwungener Weiſe die Loge ver⸗ laſſen, um mir ſeinen Platz hinter Frau von Mé⸗ ligny abzutreten, was er, ohne ſeinen Aerger verber⸗ gen zu können, that.
„Weißt Du, mein Lieber,“ ſagte er kichernd zu mir, „weißt Du, daß es mir ſehr unangenehm iſt, mei⸗ nen Platz zu verlaſſen, um ihn Dir zu geben?“
„Ich bezweifle Dein Bedauern nicht, mein Lie⸗ ber, urtheile ich nach dem Vergnügen, das es mir machen wird, dieſen Platz einige Augenblicke einzu⸗ nehmen, da Madame die Güte hat, mir dies zu erlauben,“ antwortete ich ziemlich laut Vareuil, während ich in die Loge eintrat, aus der er mit einer eiferſüchtigen und zornigen Miene wegging.
Die üble Laune meines ehemaligen Kameraden ſchien mir ſeltſam, da ich zum erſten Male Frau von Meligny ſah; ich dachte, dieſe habe vielleicht ſeit einiger Zeit bei Vareuil durchblicken laſſen, ſie fange an eine Abneigung gegen ihn zu fühlen, und er gebe ſich nur einer von jenen bei der Abnahme von Liebesverhält⸗ niſſen ſelten täuſchenden Ahnungen hin und betrachte
ch ſchon als von mir ausgeſtochen. Auf das Gerathewohl coquettirte ich nach meinen


