Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Platz ſei auf dem Parterre und nicht in den erſten Logen; und dann, als er mich gekleidet wie ein Bett⸗ ler traf, hatte Vareuil eine reizende Frau am Arme, und zu dieſer ſagte er:

„Madame, ich ſtelle Ihnen Herrn Dupleſſis vor; ſo wie Sie ihn ſehen, hatte er fünfzigtauſend Livres Einkünfte.“

Wehe mir! Ich bin verſucht, dieſen Vareuil zu beohrfeigen, um zu ſehen, ob ſein Blut noch dieſelbe Farbe hat, wie einſt.

Ah! ich bin ein Narr! dieſer Gedanke iſt brutal und, wie jede Brutalität, albern.

Ueberlegen wir vernünftig und nehmen wir die Thatſache an; faſſen wir, wie man zu ſagen pflegt, den Stier bei den Hörnern. Schauen wir der Wirk⸗ lichkeit kalt in's Auge.

Wohl denn! weit entfernt, alt und abgeſtumpft zu ſein, werde ich jung und glühend, und mehr als je nach den Genüſſen begehrend, deren ich mich ſatt glaubte, wiedergeboren!

Was iſt meine phyfiſche und moraliſche Lage?

Ich bin kaum einunddreißig Jahre alt; die Jahre der Ruhe, die ich in Riballiére zugebracht habe, ob⸗ gleich ſie ſtellenweiſe durch die Seitenſprünge meiner tollen Leidenſchaft für Madame Raymond geſtört wur⸗ den, mein ſtilles und einſames Leben, ſeitdem ich in Paris wohne, haben meine Geſundheit völlig wieder⸗ befeſtigt; mein Arzt hat mir erlaubt, auf das Heilmit⸗ tel zu verzichten, deſſen Anwendung einen ſo großen Widerwillen bei Albine erregte; ich habe keinen von den Vorzügen verloren, die einſt aus mir das machten, was man einen Mann der Mode, einen Mann von Liebesglück nennt.

Allerdings bin ich faſt zu Grunde gerichtet, doch es bleiben mir zwölftauſend Livres Einkünfte in ver⸗ käuflichen Werthen.

Freilich wäre es mir, ohne mein Kapital anzu⸗