Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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ren Geſellſchaft und darunter einige treue Liebespaare, welche auf dem Platze ſaßen, wo ich ſie einſt geſehen.

Das war für mich das Mährchen von der im Walde ſchlafenden Schönen. Einem frühzei⸗ tigen Ekel an den weltlichen Freuden und Vergnü⸗ gungen und der Nothwendigkeit, meine durch die Exceſſe geſtörte Geſundheit wiederherzuſtellen, nachgebend, hatte ich drei Jahre lang geſchlafen, und ich erwachte, die⸗ ſelben Neigungen, dieſelben Bedürfniſſe des Luxus fühlend, wie vor meinem Schlafe.

Nur hatte ich die Macht verloren, meine wieder⸗ entſtehenden Wünſche zu befriedigen.

Dieſes Bedauern, dieſes forkan ohnmächtige Ver⸗ langen dünkten mir kindiſch, albern, erbärmlich und beſonders gefahrvoll für die Zukunft.

Ich war erſtaunt, mich ſo völlig verſchieden von dem zu finden, was ich zu ſein glaubte; ich bildete mir ein, wenn ich aus dieſer glänzenden Mitte weg⸗ gehe, die mir dieſes Bedauern einflöße, werde es ver⸗ ſchwinden wie eine Viſion.

Ich verließ den Saal der Italiener und kam nach Hauſe, nicht mehr meiner Philoſophie vertrauend, das Herz leicht, ein Lächeln auf den Lippen; ſondern trau⸗ rig, niedergeſchlagen, Galle und Bangigkeit im Ge⸗ müthe, und von dieſem Grunde ſchwarzer Gedanken hob ſich leuchtend das Bild von Vareuil und ſeiner ſchönen Geliebten ab.

So eben habe ich dieſe Zeilen geleſen, ſie ſchil⸗ dern getreu meine Eindrücke von heute Abend.

O menſchliche Natur! Abgrund von Wider⸗ ſprüchen!

Ich habe freiwillig auf die Freuden der Welt ver⸗ zichtet, ich habe ſie verleugnet, verachtet; mein Ruin macht jetzt mein einſt freiwilliges Verzichten zur Noth⸗ wendigkeit, und nun komme ich dahin zurück, daß ich