Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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meine Erfahrung an mir ſelbſt machen und nahm mei⸗ nen Platz im Parterre.

Was ich empfand, war ſeltſam.

Seit meiner Verheirathung hatte ich völlig auf das verzichtet, was man die Freuden der Welt nennt, deren ich müde, ſatt war; als ich mich aber wieder mitten in dieſem von Vergoldungen und Lichtern fun⸗ kelnden, mit glänzend geputzten Damen gefüllten Saale befand; als ich abermals dieſe Atmoſphäre des Lurus und der raffinirten Eleganz einathmete; als ich dieſe Logen wiederſah, wo ich mich wenige Jahre früher zu einer Geliebten geſetzt hatte; als ich dieſe berau⸗ ſchende Muſik hörte, welche die Ohren eben ſo ſehr bezaubert, als der Anblick des Saales die Augen, da glaubte ich aus einem Traume zu erwachen. Meine ſtolze Verachtung der menſchlichen Eitelkeiten erbleichte und verſchwand vor der Gluth einer Menge wie⸗ derentſtehender Wünſche. Dieſe ganze bühende, goldene, von Liebe flammende Vergangenheit, die ich mit Füßen getreten, und die am Tage vorher für mich eine kalte Aſche war, dieſe ganze Vergangenheit kehrte in mei⸗ nen Geiſt zurück und erweckte in mir herbe, brennende Empfindungen des Neides!! Von dem Platze aus, wo ich war, umfaßte ich mit dem Blicke den ganzen Saal, und zufällig hefteten ſich meine Augen auf Herrn von Vareuil und auf die reizende junge Frau, deren Gunſt er ohne Zweifel genoß; ſie faß im Vordertheile der Loge mit einer ihrer Freundinnen; hinter ihr befan⸗ den ſich ihr Gemahl und Herr von Vareuil; dieſer nahm von Zeit zu Zeit vertraulich die Lorgnette der jungen Frau, ſpielte mit ihrem Strauße, neigte ſich vor, um ihr ins Ohr zu ſprechen, — ſcheinbar unbedeu⸗ tende Vertraulichkeiten, jedoch entſcheidend für den, der das Manoeuvre der Galanterie kennt.

Hätte ich dieſe Frau geliebt, ich könnte mich nicht eiferſüchtiger auf Vareuil gefühlt haben .. . Ich er⸗

kannte im Saale mehrere Perſonen von meiner frühe⸗