Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Vareuil einen Degenſtich. Begegneten wir uns aber ſeit meinem Austritte aus dem Dienſte zufällig, ſo lebten mir auf ziemlich gutem Fuße mit einander.

Vareuil war vollkommen ſchön, hoch gewachſen, ein Mann von reizender Tournure, ſehr elegant, ſehr tapfer, zugleich aber auch ſehr geckenhaft, zum Spotten geneigt und ſehr einfältig. Seine Gegenwart wäre mir in jedem andern Augenblick gleichgültig geweſen; doch er begleitete eine reizende junge Frau, und ich fühlte, wie ich unwillkürlich erröthete, als er ſtehen blieb und, indem er mich mit einem Erſtaunen, das an Unverſchämtheit gränzte, maß, zu mir ſagte:

„Ah! Dupleſſis! wie, Du biſt es?“

„Ja, ich bin es,“ antwortete ich Vareuil mit feſter Stimme, als meine erſte Unruhe ſich beſchwich⸗ tigt hatte; dann fügte ich bei, da ich nicht den An⸗ ſchein haben wollte, als beabſichtigte ich, mich dieſem Geſpräche zu entziehen:

„Es iſt lange her, daß wir uns nicht geſehen . Du mußteſt avanciren?“

„Ich bin Oberſt . . Aber woher des Teufels kommſt denn Du, mein Lieber? Du biſt abſcheulich aufgeputzt, und dabei durchnäßt, mit Koth bedeckt wie ein Pudel!“

Die junge Frau, welche Vareuil am Arme führte, wandte ſich gegen mich um und machte eine Bewegung des Erſtaunens; denn ſie begriff ohne Zweifel nicht, welche Bezichungen zwiſchen dem eleganten Oberſten und einem ſo ſchlecht gekleideten Manne, wie ich es war, beſtehen könnten.

Mein ehemaliger Kamerad, der ſich wahrſcheinlich meines ſchlechten Ausſehens ſchämte und das Erſtaunen der jungen Frau wahrnahm, ſagte zu ihr mit einem Ausdrucke leichten Spottes an mich gerichtet:

„Madame, ich ſtelle Ihnen Herrn Dupleſſis, mei⸗ nen ehemaligen Kameraden bei den Gardes vor .. So wie Sie ihn ſehen, hatte er fünfzigtauſend Livres