Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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von nicht minder eleganten Herren, welche wie ſie aus dem Wagen geſtiegen waren, die Stufen der breiten, halb mit einem rothen Teppich bedeckten, Treppe des erſten Ranges hinauf.

Trotz meines Muthes empfand ich eine kleine Herzbeklemmung, indem ich an meinen ſchofeligen An⸗ zug dachte; doch bald ſchämte ich mich dieſer Schwäche, und als ich gerade bei mir Frau von N. .., die ich einſt ſehr oft in mehreren Salons getroffen, vorüber⸗ gehen ſah, ſchaute ich ſie feſt an; ſie machte eine leichte Bewegung, und ich las deutlich in ihren hübſchen Zü⸗ gen den Gedanfen:

„Das Geſicht dieſes Herrn iſt mir nicht unbe⸗ kannt.“ Dann kam ohne Zweifel die Reflerion: „Rein, das iſt nicht möglich, Herr Dupleſſis, ein Merveil⸗ leux, würde nicht in einer ſolchen Kleidung in die Ita⸗ lieniſche Oper gehen! Dieſer Mann gleicht ihm aber auffallend.“

Der Diener hatte mir ſo eben die Nummer mei⸗ nes Regenſchirms übergeben, als ich mich, da ich mich umwandte, um in den Saal einzutreten, einem mit ausgeſuchter Eleganz gekleideten Herrn gegenüber ſah; er führte am Arme eine reizende junge Frau, hinter der ein kleiner, ſehr häßlicher Hinkebein ging, ohne Zweifel der Gatte, denn er ſagte zu der jungen Frau:

„Meine liebe Freundin, auf welche Stunde ſoll ich Ihre Leute beſtellen?“

Während die junge Frau ſtehen blieb, um zu ant⸗ worten und ihre Befehle einem Lackei zu geben, rief der Herr, der ſie begleitete, indem er mich anſchaute:

„Ah! Dupleſſis, wie, Du biſt es?“

Derjenige, welcher mich ſo anrief, hieß Graf von Vareuil, heute Cavalerie⸗Oberſt, und einſt mein Kame⸗ rad, als wir Beide bei den Gardes⸗du⸗corps dienten. Zu jener Zeit hegten wir eine ſtarke Antipathie gegen einander; es war daraus ein Duell erfolgt, herbeige⸗ führt durch ſehr leichtſertige iases und ich gab